
Originaltitel: The Rainy Season
Autor: James P. Blaylock
Verlag: Ullstein
Seiten: 384
Veröffentlichung: 2002
Mystery
Ist es überhaupt vorstellbar oder möglich, dass Gedanken feste Gestalt annehmen können, wenn bestimmte Grundvoraussetzungen gegeben sind? Dass lebenslange Erinnerungen durch einen alchimistischen Akt von Wasser und Tod zu einer kleinen Kuriosität werden? Für den amerikanischen Schriftsteller James P. Blaylock ist die Bejahung dieser quintessenziellen Frage die Grundvoraussetzung für seinen neuesten, 1999 in den USA publizierten Roman, eine Dark Fantasy, zu der Blaylock offenbar durch die besonders starken Regenfälle im Jahr davor animiert wurde. Hauptfiguren des unheimlichen und spannenden Geschehens sind der Fotograf Phil Ainsworth und seine zehnjährige Nichte Betsy, die nach dem Tod ihrer Mutter zu ihm zieht. Sie ist ein Kind mit einer ganz speziellen Gabe: Sie hört die Stimmen der Toten und fühlt das Unheimliche in ihrer Nähe.
Blaylock, der mit einer High-Fantasy-Trilogie seine Karriere begann, hat sich in letzter Zeit auch in anderen Genres versucht, zuletzt mit „Hokusais Gral“ (Heyne) im Bereich der Phantastik. Für Blaylock ist das Übernatürliche nur ein Mittel, tiefer in die menschliche Psyche zu blicken. So sind die körperlichen Erinnerungen nicht an sich böse, wie bei jeder Sache von Wert kommt es nur darauf an, was die Menschen alles anstellen, um ihrer habhaft zu werden.