Space-View Buchguide: Dreibeinige Monster auf Erdkurs

Dreibeinige Monster auf Erdkurs

Fakten

Autor: John Christopher
Verlag: Arena Verlag,
Veröffentlichung: 2006

Genre

Science Fiction

Amazon

Review

Kultbuchreihe nach 40 Jahren auch in Deutschland vollständig erhältlich

Lange, lange Zeit, bevor mit den Harry-Potter-Romanen eine Jugendbuchreihe auch erwachsene Leser in ihren Bann zog und die Bestsellerlisten eroberte, gab es dieses Phänomen schon einmal: 1967 erschien der ersten Band der „Tripods“-Trilogie, die zunächst in Großbritannien, später aber auch in den USA, nicht nur jugendliche Leser zu begeistern verstand und bis heute Kultstatus besitzt.
In Deutschland erschien die Trilogie mit fast 20 Jahren Verspätung als Taschenbuchreihe und erst mit der neuen Ausgabe, die frisch auf dem Büchermarkt erschienen ist, ist die Reihe nun auch hierzulande vollständig - denn 1988 schrieb der Autor John Christopher eine Vorgeschichte zur Trilogie.
Die beginnt mit „Tripods – Dreibeinige Monster auf Erdkurs“ und der Autor, der mit richtigem Namen übrigens Samuel Youd heißt, entführt die Leser in seinem Roman in ein mittelalterlich anmutendes England, in dem die Menschen in kleinen Dorfgemeinschaften zusammen leben. Sie dienen den Tripods, seltsamen Maschinen, die als Herrscher über Leben und Tod ihr Land beherrschen. Sobald ein Jugendlicher in dieser Welt das vierzehnte Lebensjahr erreicht, erhält er die Weihe. Dies ist ein Initiationsritus, bei welchem dem Jugendliche eine metallene Kappe ins Gehirn implantiert wird. Will ist ein dreizehnjähriger Junge, dem diese Weihe kurz bevor steht. Doch Will fürchtet sich vor der Weihe, denn ihm ist nicht entgangen, dass sich seine Freunde, die die Weihe bereits empfingen, verändert haben. In seiner Panik flüchtet er aus dem Dorf und wird in den Weißen Bergen, die noch kein Bewohner seines Dorfes je überquert hat, von Menschen aufgegriffen, die den Tripods den Krieg erklärt haben.
Die „Tripods“-Trilogie ist ein Plädoyer für Meinungs- und Glaubensfreiheit, eine Schrift gegen Totalitarismus und Unterdrückung, ein Hoch auf den Individualismus und freiheitlich demokratische Werte. Und ganz nebenher ist die Reihe auch noch spannend und hat in 40 Jahren wenig von ihrem Esprit und ihrer Phantasie verloren, vor allem, da die Übersetzung für die Neuveröffentlichung noch einmal ordentlich überarbeitet wurde. Mit „Die Ankunft der dreibeinigen Monster“ hat John Christopher 1988 noch einen vierten Roman geschrieben, der die Vorgeschichte seiner Reihe erzählt und darüber berichtet, wie die Tripods über eine hochtechnisierte Welt wie die Erde die Macht übernehmen und die Menschheit ins Mittelalter zurückversetzen konnten.
Obschon dieser Band die Nummer „null“ trägt, sollte man ihn erst nach der Lektüre der Trilogie lesen, da er viele Entdeckung der Trilogie sonst vorwegnehmen würde. Verfilmt wurde die Reihe, wenngleich unvollständig, bereits in den 80er Jahren von der BBC, zurzeit arbeiten die Disney-Studios an einer Big-Budget-Verfilmung.

geschrieben von: Christian Lukas