
Originaltitel: Darker Angels
Autor: S. P. Somtow
Verlag: Festa
Seiten: 316
Veröffentlichung: 2001
Als die Witwe Paula Grainger dem gerade in Manhattan aufgebahrten ermordeten Präsidenten Abraham Lincoln die letzte Ehre erweist, trifft sie in der Stadthalle den Dichter Walt Whitman, den sie für den nächsten Tag zum Tee einlädt. Doch der ausschweifende amerikanische Dichter kommt nicht alleine. In seiner Begleitung befindet sich ein junger Mann namens Zachary Brown, der den verstorbenen Reverend Aloysius Grainger gut gekannt hat und dem er sogar viel verdankt. Die Geschichte, die er zu erzählen hat und die bald zu Geschichten innerhalb von Geschichten ausufert, handelt nicht nur vom Bürgerkrieg und daran beteiligten realen und auch fiktiven Persönlichkeiten, von Voodoo, Leben und Hoffnung – sie wächst zu einem kunstvollen Gewebe, das weit in die Vergangenheit reicht und schließlich in einem angemessenen und berührenden Finale endet.
S. P. Somtow, der seine schriftstellerische Karriere als Somtow Sucharitkul begann, ist ein Meister in allen literarischen Genres, der stets für Höchstleistungen sorgt, von der „Riverrun“-Trilogie (Phantastik) über „Mallworld“ (SF; dt. „Der intergalaktische Hypermarkt“) und „Vampire Junction“ (Horror; dt. „Ich bin die Dunkelheit“) bis zu „Jasmine Nights“ (Mainstream; dt. „Jasmin, Homer und das Chamäleon“). Und darin macht auch dieser nur schwer einzuordnende, aber literarisch auf höchstem Niveau stehende Roman aus dem Jahre 1997 keine Ausnahme.