Space-View Buchguide: Feuerwurm

Feuerwurm

Feuerwurm

Fakten

Originaltitel: The Fire worm
Autor: Ian Watson
Verlag: Blitz
Seiten: 221
Veröffentlichung: 2000

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Review

Was Ideenreichtum und Originalität anlangt, so haben die Briten den Amerikanern schon lange den Rang abgelaufen. Und auch, was die Vielseitigkeit angeht. Ein gutes Beispiel dafür ist Ian Watson, der einerseits hochkarätige SF-Werke verfasst hat, man denke an „The Gardens of Delight“ (dt.: „Die Gärten des Meisters“ ), „The Books of Mana“ (dt.: „Dämonen-Kind“, „Kuckucks-Fluch“ und „Mond-Fall“) oder „Oracle“ (dt.: „Orakel“), andererseits aber auch reine Weltraumabenteuer zum Spiel „Warhammer 40,000“. Ende der achtziger Jahre versuchte Watson, sich im Gefolge eines Horror-Booms auch hier ein Standbein aufzubauen, und schrieb mit „The Power“, „Meat“ und „The Fire Worm“ drei interessante Beiträge zu diesem Genre. Der letztere, der wahrscheinlich beste der drei Romane, liegt jetzt auch auf Deutsch vor. Im Zentrum des Geschehens steht der leicht schizophrene Psychiater John Cunningham, der, obwohl er selbst nicht an die Wiedergeburt glaubt, seine schwierigsten Fälle mit der von ihm entwickelten Reinkarnationstherapie behandelt und die daraus gewonnenen „Erinnerungen“ zumeist erfolgreich zu deuten vermag. Johns alter ego ist Jack Cannon, ein bekannter Horror-Autor. Als ihm jedoch sein neuester Patient unter Hypnose von seinen vergangenen Leben erzählt, die immer mit einem unvorstellbaren Wesen im Zusammenhang stehen, das offenbar seit dem 14. Jahrhundert in einer Felshöhle an der englischen Küste haust, gerät seine Vorstellungswelt ins Wanken. Watson mischt hier Elemente von historischem Roman, Horror und Science-Fiction zu einem überaus spannenden Roman, der in einem in dieser Form doch nicht ganz erwarteten Finale mündet.

Bewertung: 4 Sterne

geschrieben von: Hermann Urbanek