
Originaltitel: The Last Light of the Sun
Autor: Guy Gavriel Kay
Verlag: Piper
Seiten: 552
Veröffentlichung: 2007
Seit Generationen ist das Meer den Erlingern eine zweite Heimat. Mit ihren Drachenbooten plündern und brandschatzen die wilden und wagemutigen Beutejäger fremde Küsten und hinterlassen nichts als Tod, Elend und Zerstörung. Lange war es den Anglcyn nicht möglich, den Angreifern wirksamen Widerstand zu leisten, zu sehr waren die einzelnen Stämme untereinander verfeindet. Doch König Aeldred gelingt es, die zerstrittenen Volksgruppen zu einen, Bündnisse mit ehemaligen Feinden zu schließen und die Befestigung der bislang ungeschützten Küsten in die Wege zu leiten. Neben den Erlingern gibt es mit der Zwischenwelt, in der schauerliche Geschöpfe auf ihre Opfer lauern, noch eine weitere Bedrohung in dieser rauen Welt des kalten Nordens. Erlebt werden diese umwälzenden Ereignisse von einigen Personen, deren Schicksale miteinander verwoben sind: die Erlinger Bern Thorkellson, Ivar Ragnarson und Thorkell Einarson; der Cyngael-Prinz Alun ab Owyn, Aeldred, der König von Anglcyn, und Cenion, der Priester aus Llywerth.
„Die Fürsten des Nordens“ ist der neueste Roman aus der Feder von Guy Gaviel Kay, der auf der von ihm geschaffenen Welt der zwei Monde spielt. Dieser Zyklus wird nur durch den gemeinsamen Handlungshintergrund locker zusammengehalten. Wie schon in den bisherigen Romanen verfremdete er auch hier reale geschichtliche Begebenheiten, versetzte sie mit Fantasy-Elementen und machte daraus eine Neuerzählung auf literarisch hohem Niveau. Waren es zuvor Spanien zur Zeit der Reconquista („Die Löwen von Al-Rassan“), die französische höfische Provence im Hochmittelalter („Ein Lied für Arbonne“), die italienische Halbinsel („Der Fluch“ & „Der Hofnarr“) oder Konstantinopel im 6. Jahrhundert ( „Das Komplott“ & „Das Mosaik“, „Der Neunte Wagenlenker“ & „Herr aller Herrscher“ ), die den Handlungshintergrund bildeten, so erzählt dieses Buch vom Kampf der Engländer und Waliser gegen die Wikinger im ausgehenden 9. Jahrhundert. Kay webt ein plastisches und buntes Bild dieser Epoche, reich an Details und hervorragend gezeichneten Personen, und erweist sich dabei erneut als führender zeitgenössischer Autor hochklassiger historischer Fantasy.