
Originaltitel: All tomorrow´s parties
Autor: William Gibson
Verlag: Rogner & Bernhard
Seiten: 365
Veröffentlichung: 2000
William Gibson, der 1984 mit "Neuromancer" die Science-Fiction um das Subgenre Cyberpunk bereicherte, ist zweifellos einer der interessantesten neuen amerikanischen SF-Autoren. Jede neue Veröffentlichung wird von Leserschaft und Kritik gleichermaßen mit Spannung und Interesse erwartet. So auch der Roman "All Tomorrow´s Parties", der im Herbst 1999 in den USA erschienen ist und erfreulicherweise bereits wenige Monate später schon in deutscher Übersetzung vorliegt. "Futurematic" ist der abschließende Band einer Trilogie, in der zuvor schon "Virtual Light" ("Virtuelles Licht") und "Idoru" erschienen sind und deren lockerer Zusammenhalt in erster Linie aus den handelnden Personen besteht. Der jetzt in einer Pappkartonstadt im U-Bahnnetz Tokios lebende Netzläufer Colin Laney aus dem ersten Band, der über die Fähigkeit verfügt, riesige Datenmengen zu verarbeiten, sie zu überprüfen und Knotenpunkte im Datenstrom zu erkennen, kommt durch diese Informationen zur Erkenntnis, dass ein wichtiges Ereignis unmittelbar bevorsteht, das den Lauf der Welt nachträglich und dauerhaft beeinflussen könnte. Da diese große Veränderung in San Francisco stattfinden wird, und er sie beobachten oder wenn möglich oder notwendig auch beeinflussen möchte, beauftragt er den Ex-Polizisten Berry Rydell (bekannt aus Band 2) sich vor Ort zu begeben und (den aus dem gleichen Roman bekannten) Idoru Rei Toei ebenfalls dorthin zu bringen, da er über diese virtuelle Persönlichkeit einen Direktkontakt aufbauen und so alles mitverfolgen kann. Aus diesen und anderen Charakteren, wie der Fahrradfahrerin Chevette aus "Virtuelles Licht" sowie zahlreichen anderen Gruppierungen und Personen, die davon erfahren und herausbekommen wollen, was ablaufen wird, bilden sich zahlreiche Handlungsstränge, die schließlich zu einem großen Finale auf der Bay Bridge münden. Seit "Neuromancer" gilt Gibson als großer Stilist, und diesen Ruf hat er bis heute nicht nur erfolgreich verteidigt, sondern noch ausgebaut. Spannung, Dramatik, Ideen – was auch immer gute, moderne Science-Fiction des 21. Jahrhunderts ausmacht – "Futurematic" hat es!