
Originaltitel: Winter Tides
Autor: James P. Blaylock
Verlag: Ullstein TB
Seiten: 463
Veröffentlichung: 2003
15 Jahre sind seit jenem tragischen Wintertag vergangen, an dem die Zwillingsschwestern, die zu Besuch ans Meer gekommen waren und am Strand spielten, von einer Welle erfasst und ins Meer gespült wurden. Dave, der dort surfen wollte, hatte umgehend versucht, die beiden Mädchen zu retten, aber es war ihm nur bei einer gelungen. Seither quälten ihn Albträume und er hatte das Gefühl, versagt zu haben. Jetzt arbeitet Dave als Bühnenbildner am „Earl of Gloucester“-Theater, das eine Neufassung von Shakespeares „König Lear“ vorbereitet. Als die Kulissenmalerin Anne ihre Arbeit aufnimmt, ahnt er zunächst nicht, dass es sich dabei um das Mädchen handelt, dem er damals das Leben gerettet hat, und verliebt sich in sie. Doch Anne hat ein schreckliches Geheimnis: Sie wird vom Geist ihrer ertrunkenen Schwester Elinor verfolgt, die Rache will. Und sie findet in Edmund, dem Sohn des Theaterinhabers, einen ihr ebenbürtigen Verbündeten.
Blaylock, der seine schriftstellerische Karriere mit von Tolkien inspirierten Fantasy-Romanen begann, hat sich in den letzten Jahren enorm gesteigert und sich zu einem der renommiertesten amerikanischen Autoren für phantastischen Horror gemausert. Man denke nur an Highlights wie „The Paper Grail“ (dt.: „Hokusais Gral“) oder „The Rainy Season“ (dt.: „Die Brunnenkinder“). Der vorliegende Roman, streckenweise eine Hommage an Shakespeare, steht ihnen in keinster Weise nach.