Space-View Buchguide: Harry Potter und der Feuerkelch

HP und der Feuerkelch

Harry Potter und der Feuerkelch

Fakten

Originaltitel: Harry Potter and the Goblet of Fire
Autor: Joanne K. Rowling
Verlag: Carlsen
Seiten: 767
Veröffentlichung: 2000

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Review

Kein Buch wurde in den letzten Jahren von seiner Leserschaft so sehnsüchtig erwartet wie der vierte Band um den Zauberlehrling Harry Potter, wobei zuletzt eine regelrechte „Pottermanie“ ausbrach, von der nicht nur jüngere Leseratten erfasst wurden. Und das Warten hat sich gelohnt! Da Harry Potter in jedem der Bücher ein Jahr älter wird ist er im neuesten Band, der vom Umfang her so dick ist wie die beiden ersten Bände zusammen, vierzehn Jahre alt. Und auch er wird schön langsam mit all den Problemen konfrontiert, die jeder normale heranwachsende Junge in diesem Alter bekommt: mit der ersten Liebe, dem ersten Kuss und auch dem ersten Verlust, denn es heißt diesmal, von einem guten Freund für immer Abschied nehmen. Aber auch ansonsten verläuft das vierte Jahr auf der Zauberschule Hogwarts wieder recht turbulent. Neben den üblichen Problemen mit einigen Lehrern beschäftigt die Schüler vor allem ein Wettkampf, der sich über das ganze Schuljahr hinzieht, das Trimagische Turnier, bei dem der Titel gebende Feuerkelch eine nicht unbedeutende Rolle spielt. Doch zuvor gibt es noch den Höhepunkt dieses Jahres, die Quidditch-Weltmeisterschaft, die vor allem eine organisatorische Meisterleistung darstellt, denn es ist nicht einfach, so eine Großveranstaltung aufzuziehen, ohne dass die Normalmenschen ohne magische Fähigkeiten, die Muggel, irgendetwas davon bemerken. Und dann lauert natürlich Harrys alte Nemesis, Lord Voldemort, im Hintergrund auf eine Gelegenheit, seinen verhassten Gegenspieler zu vernichten und wieder die Macht an sich zu reißen. – Üblicherweise ist es bei mehrbändigen Zyklen so, dass sie zur Mitte hin ein bisschen abfallen, schwächer werden. Joanne Rowlings „Harry Potter“ ist aber auch hier eine lobenswerte Ausnahme: Die Bände werden nämlich von Mal zu Mal nicht nur dicker, sie werden auch besser. Joanne Rowling nutzt geschickt jede Möglichkeit, die Leser mit neuen und immer detaillierteren Informationen zu versorgen. So erfährt der Leser diesmal unter anderem, dass es neben Hogwarts noch andere Zauberschulen gibt: das noble Beauxbatons und das abgelegene Durmstrang. – Die Bücher werden aber nicht nur besser, sie werden auch zunehmend düsterer, und so kommt die leichte Heiterkeit, die die ersten Bände geprägt hat, hier etwas zu kurz. Trotzdem: „Harry und der Zauberkelch“ ist eine ideale Lektüre für alle Leser zwischen acht und achtzig, und auch ein gutes Beispiel dafür, dass die Jugend nach wie vor gerne zu einem Buch greift, wenn ihr etwas geboten wird, das sie interessiert. Neben einigen Rätseln bleibt zum Schluss allerdings noch eine Frage offen: Wie soll man es bloß ein Jahr bis zum vermutlichen Erscheinen des Folgebandes aushalten?

Bewertung: 5 Sterne

geschrieben von: Hermann Urbanek