
Originaltitel: The Lament of Abalone, Teil 2
Autor: Jane Welch
Verlag: Knaur Excalibur
Seiten: 288
Veröffentlichung: 2000
Zu den interessantesten Vertretern der umfangreichen Fantasy-Serien, die sich besonders durch den Detailreichtum der geschaffenen Welten und die Vielschichtigkeit ihrer Charaktere auszeichnen, gehört neben Robert Jordans Dauerbrenner "Das Rad der Zeit" und Raymond Feists "Midkemia" vor allem der "Runenzauber"-Zyklus von Jane Welch, den die Britin in Form von zusammenhängenden Trilogien konzipiert hat. "Das Jenseitstor" ist der zweite Teil des ersten Bandes der "Book of Önd"-Trilogie, die drei Jahre nach den in der "Runespell"-Trilogie geschilderten Ereignissen spielt. Caspar, der Sohn des Grafen der Bergfestung Torra Alta, und Brid, die die Jungfrau in der Dreieinigkeit der Erdpriesterinnen verkörpert, sind auf der Suche nach ihrer Nachfolgerin in der Jenseitswelt gestrandet. In diesem Zwischenbereich landen die Toten, bevor sie nach einem gefahrvollen Weg durch den großen Wald ins Licht eingehen. In dieser Alptraumwelt, dem Fegefeuer vergleichbar, gerät Brid in den magischen Bann des Oberforstmeisters Talorcan, einem Elf, der sich mit ihrer Hilfe zum mächtigsten Bewohner der Anderswelt aufschwingen will, während Caspar mit ihren Schrecken konfrontiert wird. Die einzige Möglichkeit zur Rückkehr in die Welt der Lebenden bietet das Jenseitstor. Doch der Weg dorthin ist weit und beschwerlich und die Jäger unter der Führung Talorcans bleiben ihnen dicht auf den Fersen. Mittlerweile versucht Caspars Onkel Hal seine Aufgabe - nämlich mit einer Eskorte Prinzessin Cymbeline von Ceolothia nach Belbidia zu geleiten, wo sie mit König Rewik vermählt werden soll - trotz aller Animositäten seiner Begleiter zu meistern. Auf ihrer langen Reise werden sie von Geisterwesen bedroht – Wesen, denen Caspar durch seine Beschäftigung mit dem Necrönd den Übertritt von der Anderswelt ermöglicht hat. Der Junge Pip und der alte Kämpe Brock, die nach Caspar und Brid suchen, sind zwischenzeitlich in die Gewalt von Fallenstellern geraten, die sie als Sklaven verkaufen wollen. In der Wildnis des Koboldflusses treffen die drei Gruppierungen schließlich aufeinander. Jane Welch hat eine faszinierende Welt geschaffen, mit einem großen Konflikt – Religion der Erdmutter gegen den Einen Gott – und vielen kleineren, sehr detailliert und farbenprächtig, mit vielen liebens- und hassenswerten Charakteren, kurz: einen modernen Klassiker!