
Autor: Doris Gercke
Verlag: Edition Nautilus
Seiten: 256
Veröffentlichung: 2003
Die 1937 in Greifswald geborene Doris Gercke ist mit ihren Kriminalromanen zu einem Begriff geworden. Speziell ihre Geschichten um die ehemalige Kommissarin Bella Block, etliche davon mit Hannelore Hoger in der Titelrolle verfilmt, sorgten auch für internationale Anerkennung. Mit „Kein fremder Land“ macht die politisch engagierte Krimi-Autorin nun auch noch einen Ausflug in die SF. Sie erzählt darin unter dem Eindruck des Wiedererstarkens der extremen Rechten in der Bundesrepublik vor allem in den späten achtziger und frühen neunziger Jahren eine Geschichte aus deutschen Landen. Die Zeit ist die nahe, bedrückende Zukunft. Wahlen stehen vor der Tür, und es wird immer deutlicher, dass die Rechtsextremisten die Gewinner sein werden. Die bekannte Schriftstellerin Lisa Talbach beschließt daher unter dem Druck der Ereignisse, sich auf ihr Haus auf Mallorca zurückzuziehen und sich ausschließlich ihrer Arbeit zu widmen. Sie glaubt, sich ganz auf die Beobachterrolle zurückziehen und von hier aus verfolgen zu können, was in ihrem Land passiert. Doch dort ändern sich die Machtverhältnisse schnell, der Widerstand gegen die neuen Machthaber erlischt rasch. Und als diese beschließen, die berühmte Autorin gehöre zurück nach Deutschland, ist sie ganz auf sich alleine gestellt und muss eine Entscheidung treffen.
„Kein fremder Land“ ist ein sehr persönliches und sehr engagiertes Buch.