Space-View Buchguide: Die Kalte Stadt

Kalte Stadt, Die

Die Kalte Stadt

Fakten

Originaltitel: Body politic
Autor: Paul Johnston
Verlag: Knaur TB
Seiten: 397
Veröffentlichung: 2000

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Kurzübersicht

Im Jahr 2020 hat sich die politische Landkarte der britischen Inseln drastisch verändert, seit ein Volksaufstand der Monarchie und dem alten System den Todesstoß versetzt hat. Das ehemalige Vereinigte Königreich ist in kleinere Grafschaften und Stadtstaaten zerfallen, die sich gegenseitig mit Misstrauen beobachten. Edinburgh ist eine dieser neuen Stadtstaaten und hier herrscht schon seit über fünfzehn Jahren mit strenger Hand das von der Bewegung der Erleuchtung gegründete Direktorium. Privater Autoverkehr ist verboten, es gibt kein Fernsehen und keine Bluesmusik mehr, das organisierte Verbrechen wurde gewaltsam beseitigt und Morde gehören schon seit Jahren der Vergangenheit an. Doch der Eingriff des Staates in das Leben der Bürger ist enorm: Jedem wird sein Aufgabenbereich zugewiesen, Essen, Kleidung und Wohnung sind normiert, das Zusammenleben reglementiert. Wer sich nicht konform verhält wird degradiert. Einer, der das am eigenen Leib verspürt, ist Quintilius Dalrymple, früher bei den Ordnungshelfern in führender Position, jetzt beim Arbeitstrupp für Parkanlagen tätig und nebenbei als Investigator damit beschäftigt, Verschwundene zu suchen. Als in dieser Stadt ohne Kriminalität plötzlich ein Mord passiert, der an die Verbrechen eines früheren Serienkillers erinnern, wird Dalrymple als einziger, der noch etwas vom Ermitteln versteht, mit der Aufklärung betraut. Auf der Suche nach dem Mörder, der in der Folge weitere ähnlich gelagerte Verbrechen verübt, stellt der Detektiv fest, dass die Korruption in den höheren Kreisen schon weiter fortgeschritten ist, als er es als früherer Insider je geglaubt hätte.

Review

Edinburg im neuen Jahrtausend – das ist das bedrückende Bild einer Gesellschaft, bei der der Versuch, eine Welt zu schaffen, in der es allen besser geht, zu Diktatur und einer grundsätzlichen Verschlechterung von Lebensstandard und -qualität geführt hat. „Die kalte Stadt“ ist ein SF-Krimi par excellence, bei dem das Krimi-Element nicht ohne die SF-Vorgabe funktionieren würde, spannend und originell. Ein weiteres Buch folgt demnächst unter dem Titel „Der Totenacker“.

Bewertung: 5 Sterne

geschrieben von: Hermann Urbanek