
Autor: Markus Rehm-Hunke
Verlag: MG-Verlag
Seiten: 253
Veröffentlichung: 2001
Der junge Wissende Martus, der in der Universitätsstadt Scholar studiert, wird von allerhöchster Stelle beauftragt, binnen kürzester Zeit eine Abhandlung über Nazkor Barnarh zu verfassen, eine der schillerndsten und geheimnisvollsten Persönlichkeiten der jüngeren Geschichte des Königreichs Norkia. Der als Verräter und Königsdieb gebrandmarkte Schmiedesohn Nazkor Barnarh war vor rund vierzig Jahren während der Belagerung der Hauptstadt durch die Feindallianz aufgetaucht. Mit sich geführt hatte er die Jadeaxt Kron, das Wahrzeichen der Könige Norkias. Nach dem Tode des regierenden Lordkanzlers auf dem Schlachtfeld, mit dem das Jahrhunderte lange Interregnum beendet wurde, wählten die Herzöge aber nicht Nazkor zum König, sondern Trastan vom Geschlecht Gohron. Beim darauf folgenden Feldzug zur Rückeroberung Norkias verschwörten sich Nazkor und seine Mitstreiter gegen den König. Der kam aber den Rebellen zuvor und ließ sie alle hinrichten. Soweit die offizielle Geschichtsschreibung. Als Martus in die Dokumente und Unterlagen der Geheimen Archive Einblick nimmt wird ihm schnell klar, dass Nazkor nicht die ihm zugeschriebene Rolle gespielt hat, sondern dass er das Opfer einer ungeheuerlichen Intrige geworden ist. Als er dies seinem Auftraggeber mitteilt, erfährt er, welche Rolle er selbst in diesem Drama spielt. Der „Norkia“-Zyklus, der damit eingeleitet wurde, ist schon seit längerem mit vier Büchern und einer Hand voll Geschichten, die wichtige Ereignisse aus der Vergangenheit näher beleuchten, im Internet präsent. Hier wurde eine farbenprächtige und sehr detailliert ausgearbeitete Fantasy-Welt geschaffen, mit einer weit zurückreichenden Geschichte, interessanten Charakteren, einer originellen Form der dort praktizierten Magie und einer Dramaturgie, die an die klassischen Königsdramen mit ihren Intrigen erinnert. Markus Rehm-Hunke erweist sich dabei als ausgezeichneter Geschichtenerzähler, der sein Handwerk beherrscht. Das einzige Manko ist die bisweilen nicht ganz zufrieden stellende Lektoratsarbeit.