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Space-View Buchguide: Das Orakel vom Berge

Orakel vom Berge, Das

Das Orakel vom Berge

Fakten

Originaltitel: The Man In the High Castle
Autor: Philip K. Dick
Verlag: Heyne
Seiten: 347
Veröffentlichung: 2000

Genre

Science Fiction

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Kurzübersicht

1962: Die Achsenmächte Japan und Nazi-Deutschland haben den Zweiten Weltkrieg gewonnen und die Welt unter sich aufgeteilt. Auch die ehemalige USA, wirtschaftlich seit dem Kriegsende 1947 völlig am Boden, ist durch eine Demarkationslinie in eine japanische und eine deutsche Besatzungszone aufgeteilt. Die Amerikaner leisten keinerlei Widerstand und versuchen, sich mit den neuen Herren zu arrangieren. Während die Nazis in ihrer Einfluss-Sphäre ihre rassistische Vernichtungspolitik fortsetzen und auf die Weiterentwicklung der Technik setzen (so wird das Mittelmeer trocken gelegt und eine bemannte Rakete zum Mars geschickt), erweisen sich die Japaner als tolerante, partnerschaftlich agierende Besatzungsmacht, deren herausragende Vertreter zur Entscheidungsfindung in wichtigen Fragen das so genannte „I Ging“ benutzen. Sie sind sogar so tolerant, dass sie in ihrem Gebiet einen Autor dulden, der sich im Reich extrem unbeliebt gemacht hat, weil er mit „Die Plage der Heuschrecke“ einen Bestseller geschrieben hat, der in einem Paralleluniversum handelt, in dem die Alliierten triumphiert und die Nazis den Krieg verloren haben. Die politische Weltsituation eskaliert, als plötzlich und unerwartet Kanzler Bormann stirbt und ein Kampf um die Nachfolge entbrennt, den Goebbels schließlich für sich entscheidet. Doch er ist einer der Falken, der für einen Atomschlag gegen Japan eintritt.

Review

„Das Orakel vom Berge“ ist einer der besten Romane von Philip K. Dick und zugleich einer der besten Alternativwelt-Romane überhaupt. Er wurde im Rahmen der Sonderedition „40 Jahre Heyne Science-Fiction & Fantasy“ neu übersetzt. Dick erzählt diese dramatischen Ereignisse aus der Sicht einer Handvoll Leute, deren Schicksale eng miteinander verknüpft sind. Einer davon, der Japaner Tagomi, wird sogar für kurze Zeit in unsere Realität verschlagen und erlebt sie als entsetzliches Chaos. In dieser Szene und in zahlreichen anderen hält Dick unserer Realität den Spiegel vor, um Fehlentwicklungen deutlich zu machen. Als zusätzlichen Bonus enthält diese Ausgabe auch die beiden ersten Kapitel einer in den Siebzigern geplanten, aber nicht weitergeführten Fortsetzung. Ein informatives Vorwort von Kim Stanley Robinson rundet den überaus positiven Gesamteindruck ab.

Bewertung: 5 Sterne

geschrieben von: Hermann Urbanek