Autor: Irene Fleiss
Verlag: Books on Demand
Seiten: 296
Veröffentlichung: 2003
Über ein halbes Jahrhundert ist seit dem Endsieg vergangen und im Jahr 2 Arischer Zeitrechnung – das entspricht dem Jahr 2002 nach dem christlichen Kalender – hält die nationalsozialistische Ideologie mehr als die halbe Welt in festem Griff. Was im Großdeutschen Reich zählt sind Abstammung und Reinheit des deutschen Blutes so viele Generationen wie möglich zurückreichend. Zuneigung oder gar Liebe haben keinen Stellenwert, Mitgefühl und eigenes Denken gelten als undeutsch und sind gefährlich, Gewalt – speziell gegen rassisch minderwertige Fremdarbeiter – und Bespitzelung sind an der Tagesordnung. Gudrun und Berengar Meyer gehören zu den wenigen Menschen, denen bewusst ist, dass sie in einem Unrechtsstaat leben, doch sie können nur hoffen, dass ihr Abweichen von der Norm unentdeckt bleibt. Da wird ihr Nachbar, ein hochrangiger SS-Offizier, auf die gleiche Weise ermordet wie einige Fremdarbeiter. Berengar, der für die Zivilpolizei arbeitet, wird mit den Ermittlungen betraut und stößt bei seinen Recherchen auf Dinge, die niemand wissen darf.
„Tod eines guten Deutschen“ ist ein atmosphärisch dichter, beklemmender, in sich völlig stimmiger Roman über eine Gesellschaft, in der Unfreiheit erschreckende Alltagsnormalität ist, und zweifellos einer der besten deutschen Alternativweltromane.