Autor: Oliver Henkel
Verlag: Accra/Libri Bod
Seiten: 246
Veröffentlichung: 2004
„Was wäre gewesen, wenn ...?“ Auf diese Frage, die Grundsatzfrage für alle Arten von Alternativwelt-Literatur, gibt es ebenso viele Antworten wie es Wendepunkte in der Historie gibt, an denen die Geschichte einen anderen Verlauf hätte nehmen können als den, der zu unserem Hier und Jetzt geführt hat. Und da bietet sich naturgemäß eine Vielzahl von Möglichkeiten. Einige davon präsentiert Oliver Henkel, der Autor der viel beachteten und auch mit Preisen ausgezeichneten Romane „Die Zeitmaschine Karls des Großen“ und „Kaiserzeit“, in seiner jüngsten Publikation, dem Erzählband „Wechselwelten“. Die Bandbreite der sieben hier enthaltenen Geschichten reicht dabei von einer Welt, in der Alexander nicht in jungen Jahren stirbt, aber später im Kampf gegen die Römer scheitert, über eine, in der Pilatus sich über den Willen des Kaiphas hinwegsetzt und nicht Jesus ans Kreuz schlagen lässt sondern Bar-Abbas, und eine Welt, in der das Preußen Friedrichs des Großen durch geschicktes Taktieren im Unabhängigkeitskrieg in den Besitz South Carolinas gekommen ist, was Auswirkungen auf die Sklavenfrage zur Zeit Lincolns hat, bis hin zu einer Welt, in der sich die SED-Führung dazu entschlossen hat, die Oktoberdemonstrationen in Leipzig gewaltsam aufzulösen. Oliver Henkel brilliert dabei mit Ideenreichtum und Originalität und erweist sich erneut als Meister dieses wohl beliebtesten SF-Subgenres.