
Originaltitel: Witchblade2
Autor: Ron Marz / Mike Choi
Verlag: Infinity - Paperwerk
Veröffentlichung: 2007
Witchblade – der Comic
Hier fing alles an: 1995 erschien im Image Verlag die erste Nummer der hübschen Frau, bei der nicht nur die Kurven verdammt scharf sind.
Der Verlag Image startete unter der Regie der damals angesagten Zeichner, die sich aufgrund der schlechten Bezahlung von den großen Verlagen Marvel und DC trennten. So ist es kein Wunder, das viele Serien mehr durch die fantastischen Bilder als durch gute Stories auffielen. Da machte Witchblade keine Ausnahme, dafür waren und sind Michel Turners Mädels aber wirklich unglaublich lecker. Nach 24 Heften wechselte Turner zu seiner eigenen Serie und die Witchblade wurde durchwachsen. Aber damals waren Kurven und Klingen angesagt, und so schaffte es auch Frau Penzzini, die Heldin, bis heute ihre eigene Serie am Kiosk zu halten.
Namensgebend ist ein Armreif, der bei Bedarf die Trägerin entkleidet und dafür mit einem nur wenig (aber amerikatauglich) Haut bedeckendem metallischem Harnisch überzieht. Ihre Gegner sind oft normale Gangster, die sich häufiger als von Dämonen besessen erweisen. Also LAPD meets Buffy mit Sexappeal.
Aktuell ist die Schönheit auf deutsch unter dem Infinity Label beim Paperwerk Verlag. Der ursprüngliche doch etwas dünne Plott hat sich entwickelt. In der Storyarc der Hefte 58 – 60 trifft Frau Pezzini ihren alten Kollegen und Freund Ian Nottingham wieder. Der war mal gut, hatte das vergessen und wurde zum Yakuza und ist jetzt eben wieder da. Aber ist es der gute oder der böse Ian? Unsere Heldin muss sich zwischen ihrer Vergangenheit und ihrer Gegenwart entscheiden und darf sogar ihre Sachen anbehalten.
Grafisch sind die Hefte aus der Feder von Mike Choi angenehm vom Anime angehaucht. Feine Striche geben den vielen Details und vor allem der aufwendigen Kolorierung genug Raum zu wirken. Die Seitenaufteilung ist ruhig. Zurück zur Kolorierung, die ist wirklich sehenswert. Ob es realistisch ist, dass Boden und Wände der Verhörzelle, mal gekachelt mal als Backstein-Mauer, einheitlich grün sein müssen, sein dahingestellt, aber die vielen Schattierungen geben dem Raum einen eigentümlich dreckigen und unfreundlichen Charakter. Das passt und lässt die Bilder erzählen, eine dem Comic eigentlich typische Eigenschaft, die bei einigen Mainstream-Titeln aber zu kurz kommt.
Der amerikanische Comic bleibt seinen Wurzeln treu. Wer nur die Fernsehserie kennt, wird hier viel Bekanntes wiederfinden. Abwechslung gibt es in den diversen Nebenserien wie „Bearers oft the Blade“. Infinity bringt als einziges deutsches Label die Serie im amerikanischen Originalumfang von ca. 22 Comicseiten heraus. Das ist altes Heftchen-Feeling. Nur der Karton-Umschlag weicht vom Original wohltuend ab und gibt dem Comic mehr Haltbarkeit.
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