Moped Tuning Bei Mofa-Power gibts alles was das Herz begehrt


Space-View Filmguide: Blade Runner

Blade Runner

Blade Runner

Fakten

Originaltitel: Blade Runner
USA, 1982
Kinostart: 14.10.1982 (FSK: 16)
ca. 112 Min.

Genre

Action, Science Fiction, Thriller

Amazon

Kurzübersicht

„Blade Runner“ spielt im Los Angeles des Jahres 2019. Replikanten werden als moderne Sklaven hergestellt; sie erledigen die Arbeiten, die Menschen zu gefährlich oder zu dreckig sind; ihr Einsatzgebiet sind die außerirdischen Kolonien. Die neuesten Replikanten der „Nexus 6“-Serie der Firma Tyrell sind Menschen körperlich und intellektuell überlegen, außerdem sind sie von Menschen nur noch durch aufwändige Psychotests zu unterscheiden. Aus „Sicherheitsgründen“ wurde diesen Replikanten eine konstruktionsbedingte Lebenserwartung von nur etwa vier Jahren gegeben. Außerdem ist es ihnen – unter Androhung der Todesstrafe – verboten, wieder zur Erde zurückzukehren. Die Schöpfer der Replikanten haben Angst davor, was ihre Kreaturen auf der Erde anrichten könnten. Als eine Gruppe von sechs Replikanten doch zur Erde zurückkehrt, um nach einer Möglichkeit der Verlängerung ihrer Lebenserwartung zu suchen, wird der Detektiv Rick Deckard (Harrison Ford) mit ihrer „Abschaltung“ bzw. Tötung beauftragt. Mit der Jagd nach den Replikanten beginnt für Deckard allerdings auch eine Suche, von der er zunächst gar nichts ahnt.

geschrieben von: Torsten Karsch und Tschiponnique Skupin

Review

„Ich denke, also bin ich“ – Diesen Satz des französischen Philosophen Descartes spricht im Science-Fiction-Film „Blade Runner“ von 1982 ein so genannter Replikant (ein vom Menschen kaum zu unterscheidender Androide) aus – und beschreibt damit sehr gut das zentrale Thema dieses Meisterwerkes.

Willkommen in der Zukunft

Visuell und atmosphärisch ist „Blade Runner“ ein Meilenstein und Meisterwerk. Das düstere, heruntergekommene Los Angeles bekommen wir im Film fast nur bei Nacht und Regen zu sehen. Die Stadt wird von den großen Konzernen und deren monströsen Bauten beherrscht, wie der Tyrell Corporation, die ihren Sitz in einem gewaltigen, pyramidenartigen Bauwerk hat. Im Kontrast dazu sind die Straßen der Stadt verschmutzt, heruntergekommene Imbissbuden, Rauch, Dampf und Dunst beherrschen das Bild. Überhaupt lebt der Film von Gegensätzen: Obwohl es moderne „Flugautos“ gibt, bewegen sich viele Menschen zu Fuß oder mit Fahrrädern fort. High-Tech meets Low-Tech, wo man auch hinsieht. Und während viele Menschen in Armut und Krankheit leben, feiern andere dekadente, rauschende Feste.
Die düstere Atmosphäre mit ihrer Aussichts- und Hoffnungslosigkeit und Deckard als einzelgängerischer Detektiv machen „Blade Runner“ zu einer gelungenen Mischung aus Film-noir und Science-Fiction. Zur dichten Atmosphäre tragen auch einige Geheimnisse bei, die im Film zwar angedeutet, aber nicht wirklich erklärt werden. So gibt es auf der Erde zum Beispiel so gut wie keine Tiere mehr und alle Menschen, die es sich irgendwie leisten können, verlassen die Erde in Richtung der außerirdischen Kolonien, auf denen es sich offenbar besser leben lässt. Auch die Musik von Oscar-Preisträger Vangelis trägt maßgeblich zur Stimmung in „Blade Runner“ bei.
Ganz nebenbei nahm „Blade Runner“ schon 1982 zahlreiche Aspekte des Cyberpunk-Genres vorweg, das William Gibson mit dem Roman „Neuromancer“ eigentlich erst 1984 erfand. Große (häufig asiatische) Konzerne haben die Macht, Menschen werden technisch und genetisch verändert und ein Menschenleben ist in der düsteren, heruntergekommenen Welt oft nicht viel wert.

Darsteller und Macher

Die Besetzung von „Blade Runner“ ist hervorragend: Harrison Ford war gerade wegen seiner Rollen in „Star Wars“ und „Indiana Jones“ in aller Munde, und mit Rutger Hauer, Sean Young, Daryl Hannah und Edward James „Miami Vice“ Olmos waren auch die weiteren Rollen mit angesagten Darstellern der 80er Jahre besetzt. Kult-Regisseur Ridley Scott hatte gerade mit seinem letzten Film „Alien“ (1979) gute Erfahrungen im Science-Fiction-Genre gemacht. Nach dem gelungenen SF-Horror-Mix stand ihm der Sinn nach einer Geschichte mit mehr Tiefgang. Scott war auch selbst für die Optik des Films verantwortlich, er arbeitete eng mit Setdesignern und Special-Effects-Experten zusammen, um seine Vision möglichst genau umzusetzen.

geschrieben von: Torsten Karsch und Tschiponnique Skupin

Hintergrund

Buch und Autor

„Blade Runner“ basiert auf dem Buch „Do Androids Dream of Electric Sheep?“ („Träumen Androiden von elektrischen Schafen?“) des amerikanischen SF-Autors Philip K. (für Kindred) Dick (1928 - 1982). Er schrieb das Buch 1966, 1968 wurde es erstmalig veröffentlicht.
Dick gehört zu einem der einflussreichsten Science-Fiction-Autoren überhaupt, seine Kurzgeschichten und Romane sind aus dem Genre nicht mehr wegzudenken. Sein Roman „Das Orakel vom Berge“ („The Man in the High Castle“) gehört zum Beispiel zu den besten und bekanntesten Alternativwelt-Geschichten. Einen guten Teil seiner zahlreichen Bücher und unzähligen Kurzgeschichten soll er übrigens unter dem Einfluss eines Cocktails aus Amphetaminen, LSD und Scotch geschrieben haben. Viele seiner Geschichten wurden bereits verfilmt. Am bekanntesten sind neben „Blade Runner“ natürlich „Total Recall“ (basierend auf der Kurzgeschichte „We Can Remember it for You Wholesale“) und zuletzt „Minority Report“ (nach der gleichnamigen Kurzgeschichte).
In Dicks Büchern geht es selten um die Erforschung der unendlichen Weiten des Weltalls, Außerirdische oder Raumschlachten. Häufig steht die Suche nach Wahrheit oder der Realität in einer düsteren Zukunft (Dystopie genannt) im Mittelpunkt. Dicks Helden sind oft Durchschnittstypen, die mit ihren Problemen kämpfen und mit der Welt, in der sie leben. Das alles trifft auch auf „Do Androids Dream of Electric Sheep?“ zu, auch wenn nicht alle Aspekte aus Dicks Buch den Weg in den Film fanden. Dick selbst bekam den Film 1982 noch in einem Preview zu sehen und es heißt, er sei mit der Umsetzung zufrieden gewesen. Den großen Erfolg von „Blade Runner“ erlebte er allerdings nicht mehr, denn er starb wenige Tage später an einem Schlaganfall – vermutlich eine Spätfolge seines Drogenkonsums in den 60er Jahren.

Die Filmversionen

Nachdem „Blade Runner“ abgedreht war, hatte man offenbar damit zu kämpfen, eine endgültige Fassung herzustellen. Die erste Version, die nur einem Testpublikum gezeigt wurde, war wesentlich länger als die Version, die letztendlich in die US-Kinos kam. Für den europäischen Markt wurden dann einige der in den USA herausgeschnittenen brutalen Szenen wieder integriert. Zehn Jahre nach dem ersten Start veröffentlichte Ridley Scott noch eine weitere Version des Films. Dieser Director's Cut schlug eine deutlich andere Richtung ein, da sich die Änderungen nicht auf ein paar zusätzliche Szenen beschränkten. Im Director's Cut erhalten einige Aspekte der Geschichte eine andere Bedeutung als in der Kinoversion und die Erzählerstimme aus der Kinofassung wurde komplett entfernt.
Die Frage, welche Version man sich ansehen sollte, lässt sich nicht eindeutig beantworten, an ihr scheiden sich die Geister. Im Moment ist die Frage aber auch nicht sonderlich relevant, denn im Handel ist „Blade Runner“ fast ausschließlich im Director's Cut von 1992 zu haben. Diese Version ist sowohl auf Video als auch auf DVD erhältlich. Zusätzlich gibt es eine Special-Edition-Box, die neben der DVD auch ein Drehbuch, ein Stück Filmstreifen, ein Filmplakat und acht Schaukastenbilder enthält. Vielleicht haben wir Glück, und Warner Home Video bringt in absehbarer Zeit eine Version auf den Markt, auf der die Kinoversion und der Director's Cut enthalten sind ...

Philosophie und Moral

In „Blade Runner“ geht es um moralische Fragen nach der Verantwortung des Menschen und nach der Bedeutung und dem Wert von Leben. Was ist Leben? Was ist Bewusstsein? Haben die Menschen mit der Erschaffung der Replikanten eine „Büchse der Pandora“ geöffnet, derer sie nicht mehr Herr werden? Dürfen die Schöpfer der Replikanten nach Belieben auch über deren Tod bestimmen? Diese und ähnliche Fragen waren im Zusammenhang mit künstlichem Leben so noch nie gestellt worden.

„Blade Runner“ heute

Noch eine Anmerkung zum Schluss: Wer sich „Blade Runner“ heutzutage zum ersten Mal ansieht, wird möglicherweise mehr erwartet haben. Denn mittlerweile sind wir von eindrucksvollen Filmbildern wie z. B. aus „Star Wars“, „Das fünfte Element“, „Matrix“ oder „Der Herr der Ringe“ so verwöhnt, dass es vielleicht schwer nachvollziehbar ist, warum „Blade Runner“ vor 20 Jahren visuell als so beeindruckend empfunden wurde. Ähnliches gilt auch für den Inhalt: Die moralischen und philosophischen Fragen, die er aufwirft, wurden in der Zwischenzeit mehrfach behandelt, nicht zuletzt durch Datas Stellung in „Star Trek: The Next Generation“. Nichtsdestotrotz ist dieser Film ein Meilenstein, der unterhält und den man gesehen haben muss, um die Entwicklung in der SF-Filmgeschichte verstehen zu können!

geschrieben von: Torsten Karsch und Tschiponnique Skupin

Hauptdarsteller

  • Rick Deckard Harrison Ford
  • Roy Batty Rutger Hauer
  • Rachael Sean Young
  • Gaff Edward James Olmos
  • Bryant M. Emmet Walsh
  • Pris Daryl Hannah
  • J.F. Sebastian William Sanderson
  • Leon Brion James
  • Eldon Tyrell Joe Turkel
  • Zhora Joanna Cassidy

Film-Crew

  • Regie Ridley Scott
  • Drehbuch Hampton Fancher
  • Drehbuch David Webb Peoples