Space-View Filmguide: Brennpunkt L.A.

Brennpunkt L.A.

Fakten

Originaltitel: Lethal Weapon II
USA, 1992
Kinostart: 28.09.1989 (FSK: 16)
ca. 108 Min.

Genre

Action

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Kurzübersicht

Als sie bei einem Einsatz nicht auf Verstärkung warten, und eine Bombe im Alleingang entschärfen wollen, halsen sich Riggs und Murtaugh Ärger auf. Die Bombe geht hoch, und ihre Karrieren den Bach hinunter. Wenige Tage vor seiner Pensionierung sieht Roger Murtaugh sich und seinen Partner um einige Dienstgrade degradiert. Bei einem routinemäßigen Dienst als Streifenpolizisten kommen die beiden aber schon bald einem Fall auf die Spur, der ihnen ihre alte Position wiederbringen könnte: Allem Anschein nach verkauft jemand von der Truppe Polizeimunition an kriminelle Subjekte.

Review

Neuer Film, neues Ensemblemitglied: Wurde in Teil 2 der Serie mit Leo Getz der mitunter nervige Joe Pesci eingeführt, bekommt Mel Gibsons Martin Riggs nach Jahren des Witwerdaseins (und der von Bösen ermordeten zweiten Liebe seines Lebens in „Lethal Weapon 2“) endlich, endlich wieder jemanden an die Seite gestellt, der nicht sein Arbeitskollege ist: Lorna Cole (Rene Russo) von der Abteilung für Interne Angelegenheiten ist ein hartner Knochen und mindestens so kampferprobt wie Riggs. Eigentlich passend, dass sich diese beiden Haudegen dadurch näher kommen, dass sie sich gegenseitig ihre Narben zeigen. Und nein, das meinen wir nicht metaphorisch…
Nachdem Serienschöpfer und -autor Shane Black sich aus dem Franchise zurückgezogen hatte, als sein Drehbuchentwurf zu Teil 2 von gleich zwei Kollegen umgearbeitet wurde, erwies es sich für Regisseur Richard Donner und Produzent Joel Silver nachgerade als Glücksgriff, dass einer dieser Kollegen Jeffrey Boam war. Boam kannte die Figuren und die Stimmung des Franchise gut und war zudem sehr gut im Geschäft. 1987 hatte er gleich an zweien der drei kommerziell erfolgreichsten Hollywoodfilmen des Jahres mitgewirkt und sich endgültig als Erfolgsgarant etabliert. Ihn als Black-Ersatz zu „Lethal Weapon III“ zu bitten, fiel nicht schwer. Boam holte sich Unterstützung bei Robert Mark Kamen (nicht verwandt mit LW-Hauskomponist Michael Kamen), dem Autor der „Karate Kid“-Filmserie, der später den Oscar prämierten „Gladiator“ schreiben sollte.
Inhaltlich ging man mit „Weapon 3“ bewusst neue Wege, ohne allzu viel am Erfolgsrezept herum zu spielen: Riggs und Murtaugh sind noch immer the odd couple unter den kalifornischen Ermittlern, nach mittlerweile fünf Jahren im gemeinsamen Dienst aber so gut aufeinander abgestimmt, dass sie nur noch als Duo negativ auffallen. Überhaupt ist der sprichwörtliche Zahn der Zeit ein unterschwelliges Dauerthema in dieser dritten Inkarnation von „Lethal Weapon“. Roger Murtaugh steht kurz vor der Pensionierung, was ihn und insbesondere Martin Riggs vor ziemliche Probleme stellt – denn für den Dauer-Witwer Riggs ist Murtaugh so ziemlich die einzige Bezugsperson, ist der Job die einzige wirkliche Konstante im Leben. Veränderung, so der Film deutlich, ist ganz sicher nicht in Riggs Sinne.
Doch sie kommt, und zwar aus unerwarteter Richtung. Rene Russos Lorna Cole wird die beiden vorherigen Filme nicht gesehen haben, sonst wüsste sie, dass alle Frauen, die sich auf Martin Riggs einlassen, früher oder später durch die Hand seiner Gegner qualvoll zugrunde gehen. Stattdessen dauert es nicht einmal zwei Filmstunden, und schon reden die beiden Turteltäubchen von Heirat.
Kommerziell ließ auch der dritte Ausflug zu den „stahlharten Profis“ nichts zu wünschen übrig. Abermals schnappte Tim Burtons „Batman“-Franchise ihnen den Siegesplatz als erfolgreichster US-Film des Jahres weg, aber ein solider zweiter Rang hat auch seinen Reiz – und genügend Potenzial für einen weiteren Film. Dieser sollte aber eine ganze Weile auf sich warten lassen.

Wissenswertes

Wussten Sie schon …? Der von Stuart Wilson („Mondbasis Alpha 1“) verkörperte korrupte Cop Jack Travis hätte ursprünglich von Robert De Niro gespielt werden sollen, Joe Pescis Leinwandpartner aus „Wie ein wilder Stier“ und „Es war einmal in Amerika“. Auch wenn Leo Getz sich hier endgültig als konstanter Bestandteil der „Lethal Weapon“-Filme etabliert, war die Figur in der ursprünglichen Drehbuchfassung gar nicht vertreten. Alle seine Szenen wurden nachträglich in den Plot eingearbeitet. Für den Titelsong „It’s Probably Me“ wurden Eric Clapton und Michael Kamen gemeinsam mit ihrem Sänger Sting für den Grammy nominiert. Rene Russo kam zum Showbiz, als sie auf einem Konzert der Rolling Stones einem Talentsucher auffiel. Nach einigen Modeljobs wandte sich die spätere Gattin des Drehbuchautors Dan Gilroy („Freejack – Geisel der Zukunft“) der Schauspielerei zu. Frisch zitiert: „Das Drehbuch ist Mel Gibsons Gesprächsstil angepasst worden, vielleicht hat er aber auch selbst Hand angelegt. Er ist ein Meister des Wortwitzes, und seine Dialoge sind lebendiger und abwechslungsreicher als die einsilbige Höhlenmenschen-Sprache vieler anderer Filmpolizisten. Er und Glover beherrschen ihr Spiel mittlerweile bis ins ff, bis es vielleicht schon zu glatt und geschmeidig wirkt. Wäre ‚Lethal Weapon 3’ der erste Film einer Serie, wäre er kein viel versprechender Start. Er erledigt auch beim dritten Aufguss seinen Job, doch sollte Murtaugh hiernach wohl wirklich einmal über den Ruhestand nachdenken.“ -Chicago Sun Times

Hauptdarsteller

  • Rika Van Den Haas Patsy Kensit
  • Martin Riggs Mel Gibson
  • Roger Murtaugh Danny Glover
  • Leo Getz Joe Pesci
  • Arjen Rudd Joss Ackland
  • Pieter Vorstedt Derrick O'Connor
  • Dr. Stephanie Woods Mary Ellen Trainor
  • Trish Murtaugh Darlene Love
  • Rianne Murtaugh Traci Wolfe
  • Captain Murphy Steve Kahan
  • Officer Shapiro Jenette Goldstein

Film-Crew

  • Regie Richard Donner
  • Drehbuch Shane Black
  • Drehbuch Warren Murphy