
Originaltitel: Equilibrium
Großbritannien, 2002
Kinostart: 01.01.2002 (FSK: 16)
ca. 107 Min.
Science Fiction
Die Welt nach dem Dritten Weltkrieg: Ein totalitäres System herrscht über Individuen ohne menschliche Emotionen. Gefühle, erklärt die Regierung, seien die Ursache für Kriege, Gewalt, Zerstörung. Liebe ist irrelevant. Alles, was Emotionen auslösen könnte, Bücher, die schönen Künste, Musik, ja sogar Farben – sind verboten. Doch der Mensch fühlt. Er kann nicht anders. Es sei denn, er nimmt Librium, eine Droge, die alle Gefühle zerstört. Die Einnahme von Librium ist Gesetz. Und über die Einhaltung der Gesetze wachen die Kleriker. Elitepolizisten, die gnadenlos jeden töten, der gegen die Gesetze verstößt. Kleriker wie John Preston (Christian Bale). Ob seine Kollegen oder die eigene Familie: Wer gegen ein Gesetz handelt, wird von John bestraft. Bis zu jenem Tag, an dem er auf Grund einer Verkettung von Zufällen nicht dazu kommt, seine tägliche Dosis Librium einzunehmen.
„Equilibrium“, zum Teil in Berlin gedreht, gehört zu den großen Flops des letzten Jahres. Die 20-Millionen-Euro-Produktion lief quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit in den USA und Großbritannien, weshalb in Deutschland auf einen Kinostart verzichtet wurde. Schade, denn hinter dem etwas schwierigen Titel „Equilibrium“ versteckt sich einer der innovativsten, besten Sci-Fi-Filme seit langer Zeit. Die Geschichte erinnert an Bradburys „Fahrenheit 451“, inszenatorisch aber ist der Film eher eine Euro-Fassung von „Matrix“. Die Effekte sind innovativ und überraschend, die schauspielerischen Leistungen brillant: Wie spielt man einen Charakter ohne Gefühle – ohne diesen wie einen Roboter aussehen zu lassen? Christian Bale beherrscht dieses Spiel perfekt, entsprechend faszinierend fällt seine Menschwerdung aus. In einer schwarz-weißen Welt entdeckt John Preston plötzlich die Zwischentöne, und er weiß nicht, wie er mit diesen Erkenntnissen umgehen soll.
„Equilibrium“ ist eine brillante Mischung aus Hollywood-Action und europäischem Autorenkino, die belegt, dass Anspruch und Tempo sich nicht ausschließen.