
Originaltitel: Fortress 2
USA,Luxemburg, 2000
Kinostart: unbekannt (FSK: 16)
ca. 92 Min.
Action, Science Fiction
Zur Erinnerung die Geschichte des ersten Teils: John Brennick (Christopher Lambert), ein ehemaliger Elitesoldat, wird zu einer 30-jährigen Haftstrafe verurteilt, da seine Frau nach dem Tod ihres Babys ein zweites Kind erwartet, was in den USA der Zukunft ein Verbrechen darstellt. Im Fortress, dem sichersten Gefängnis der Welt, erlebt er die Hölle. Bis ihm der Ausbruch gelingt. Teil zwei: Zehn Jahre danach werden seine Familie und er von Soldaten des Megakonzerns MEN-TEL aufgespürt. Um seine Familie in Sicherheit zu bringen, lockt Brennick die Soldaten auf seine Fährte – und wird verhaftet. Statt ins Fortress kommt er nun in das neue Megagefängnis – das sich in der Erdumlaufbahn befindet. Und so wiederholt Teil zwei nun einfach die Geschichte des ersten Teiles.
Wie „Wing Commander“ ist auch „Fortress 2“ in luxemburgischen Studios als internationale Co-Produktion entstanden. Und beide Filme haben ein Problem: Das Drehbuch. Auch das Drehbuch von „Fortress 2“ hat Lücken so groß wie Bergtäler. Dennoch gibt es zwischen beiden Filmen einen sehr großen Unterschied: „Fortress 2“ ist bei all seinen Schwächen äußerst unterhaltsam.
Zwar gelangt Teil 2 nie an die Qualitäten des ersten Teils heran, dass er trotzdem über einen nicht zu unterschätzenden Unterhaltungswert verfügt, ist jedoch vor allem zwei Männern zu verdanken: Regisseur Geoff Murphy und Filmmusiker Christoph Franke. Murphy, der Filme wie „Quiet Earth“ oder „Alarmstufe: Rot 2“ inszeniert hat, entpuppt sich einmal mehr als hervorragender Handwerker. Visuell befindet sich der Film, obwohl für den internationalen Video- und Fernsehmarkt konzipiert, auf Kino-Niveau. Franke verpasst ihm einen einprägsamen Sound, der in vielen Momenten an den von „Babylon 5“ erinnert, der ebenfalls aus seiner Feder stammt. Selbst Szenen wie jene zum Ende des Filmes, in der Lambert ohne Schutzanzug und Sauerstoff durchs All gleitet (!), wirkt auf Grund der unterlegten Musik einfach nur spannend – und nicht lächerlich. Wie gesagt: Ein Meisterwerk ist der Film nicht. Gute Unterhaltung allemal und daher auf jeden Fall ein Film, den man das Prädikat „Tipp“ verleihen darf!