Originaltitel: Películas para no dormir: Para entrar a vivir
Spanien, 2006
Kinostart: unbekannt (FSK: 16)
ca. 66 Min.
Horror
Da sie bald zu dritt sein werden, suchen Clara und Mario eine neue Wohnung. Doch die Wohnung, die sie sich anschauen, entpuppt sich als mittlere Katastrophe. Nicht die Wohnung an sich. Sie ist ungemein geräumig, verfügt über eine Vielzahl von Zimmern und die Miete ist gering. Allerdings: Das Mietshaus steht inmitten eines heruntergekommenen Industriegebietes und das Haus selbst hat seine besten Zeiten lange schon hinter sich. Clara und Mario wollen wieder gehen, doch die Maklerin ist von dieser Idee gar nicht begeistert.
Die Horrorfilmfangemeinde verneigt ihr Haupt vor Jaume Balagueró. „Hell’s Resident“, entstanden als Spielfilm in der spanischen Fernsehanthologiereihe „Historias para no dormir“, was übersetzt so viel bedeutet wie: „Geschichten, die dich nicht schlafen lassen“, ist ein 66-minütiger Psychotrip, der das Lesen von Wohnungsanzeigen im Lokalteil der Tageszeitung zu einem Horrortrip mutieren lässt. Balagueró hält sich nicht mit einer komplizierten Vorgeschichte auf. Er schickt seine Hauptfiguren nach nicht einmal fünf Minuten Spielzeit in die Hölle. Er kümmert sich wenig um den üblichen Spannungsaufbau von Psychothrillern, die ihre Spannung Stufe für Stufe erzeugen. In dem Moment, in dem Mario und Clara im Haus gefangen sind, kocht die Spannung – und bis zum letzten Bild hält Balagueró diese Spannung am Kochen. Ohne Temperaturverlust. Während die meisten Filme dieser spanischen Reihe, die in Deutschland unter dem Titel „The Horror Anthology“ vertrieben wird, um die 80 Minuten lang sind, belässt es Balagueró tatsächlich bei gerade einmal 66 Minuten Spielzeit. Eine weise Entscheidung, denn so beschränkt er sich wirklich auf die Essenz der Geschichte, vermeidet unnötige Gewaltdarstellungen (etwa um die Spielzeit zu strecken), vor allem aber hält er die kammerspielartige Atmosphäre aufrecht, die sich sowohl in der Enge des Spielortes ausdrückt als auch im fast monochromen Bild, das ab der ersten Minute das Aussehen des Filmes prägt – und der einzigen farbenfrohen Szene des gesamten Filmes eine um so tragischere Note verleiht.
Obschon an der Serie durchaus filmverrückte und auskunftsfreudige Genre-Regisseure wie Jaume Balagueró, Alex de la Iglesia und Mateo Gil beteiligt waren, gibt es keinerlei nennenswerte Extras. Bild und Ton entsprechen den Standards. Auch wenn der Film frei ab 16 ist, sollten zart besaitete Gemüter ihn besser bei Tageslicht schauen!