
Originaltitel: I still know what you did last Summer
USA, 1999
Kinostart: 29.04.1999 (FSK: 16)
ca. 95 Min.
Horror
Julie (Jennifer Love Hewitt), Überlebende des Teil 1-Massakers, gewinnt mit ihrer Freundin Karla (Brandy) einen Tripp für vier Personen auf die Bahamas. Die Reise führt sie in ein abgelegenes Inselhotel, in dem sie noch am Abend ihrer Ankunft aufgrund eines Sturmes von der Außenwelt abgeschnitten werden. Prompt taucht der Killer auf und ein Hotelbewohner nach dem anderen macht Bekanntschaft mit dem Sensenmann.
Eigentlich handelt es sich bei „Ich weiß noch immer...“ um einen Thriller. Das gleiche gilt auch für den ersten Teil oder einen Film wie „Scream“. Trotz ihrer Nähe zum Kriminalfilm werden diese Filme aufgrund ihrer Schockeffekte dem Horrorgenre zugeordnet. „Ich weiß was Du letzten Sommer getan hast“ ist ein Meisterwerk des Genres. Muß der Chronist dem Leser jedoch dessen Fortsetzung präsentieren, krümmen sich seine Eingeweide. Wir erinnern uns an Teil 1: Am Tag ihres High School-Abschlusses verursachen vier Jugendliche einen Unfall, bei dem ein Mann stirbt. Das glauben sie zumindest. Sie lassen den vermeintlich Toten verschwinden - nur kehrt dieser ein Jahr später zurück und dezimiert die Zahl der Jugendlichen drastisch. „Ich weiß was Du letzten Sommer getan hast" war inhaltlich recht einfach strukturiert, dafür ließ er den Schauspielern aber sehr viel Platz, ihre Rollen mit Leben zu füllen. Und gerade die Natürlichkeit ihrer Charaktere, ihre Widersprüchlichkeit, ihre Komplexität erhob den Film aus dem Meer ähnlicher Genrefilme. Doch das, was sich hier Fortsetzung titelt, ist eine Frechheit. Es gibt keine neuen Ideen, keine Spannung, keine echten Charaktere. Und jedes nach Schema F abgedrehte B-Movie ist spannender als "Ich weiß noch immer...".
An dieser Geschichte ist alles vorhersehbar. Selbst die Tatsache, daß der Mörder diesmal mit einem Komplizen umherzieht, ist nach zehn Minuten bekannt (auch wenn seine Entlarvung am Ende als große Überraschung gefeiert wird). Und waren die Gewaltszenen im ersten Film jederzeit Teil der Dramaturgie, sind sie im zweiten Teil ein heiterer Selbstzweck, der vom absoluten Nichtvorhandensein von Spannung ablenken soll.