
Originaltitel: John Carpenters Vampire
USA, 1998
Kinostart: 08.07.1999 (FSK: 18)
ca. 107 Min.
Horror
Die Geschichte beginnt mit einem doppelten Massaker: Inmitten der Sierra Nevada überfällt eine Gruppe von Vampirjägern am hellichten Tag eine Scheune, die als Unterschlupf einiger Vampire dient. Die Männer, deren Anführer Crow ist, massakrieren die Nachtwandler. Sie ergötzen sich an ihrem Sterben, dennoch ist der Überfall kaum mehr als die Ausübung eines Jobs. Diesmal aber haben sie es zu weit getrieben. Valek (Thomas Ian Griffith), ein Vampir von überragenden Fähigkeiten, rächt den Tod seiner Untergebenen - und massakriert noch am gleichen Abend seinerseits die Vampirjäger. Lediglich Crow entkommt ihm. Dieser nutzt das Massaker nun als seine Chance, Valek seinerseits vernichten zu können. Und wenn dabei die Einwohnerschaft eines ganzes Dorfes draufgeht, ist das der Preis, den er zu zahlen bereit ist.
John Carpenter, Horror-Ikone der 70er und frühen 80er Jahre und Schöpfer von Filmen wie „Halloween", „The Fog", „Die Klapperschlange" und „Das Ding aus einer anderen Welt", meldete sich 1999 nach einigen lauen Jahren, mit Flopps wie „Flucht aus L.A.“, eindrucksvoll auf der Leinwand zurück. „Vampire" besitzt jene Stärken, die seine frühen Meisterwerke auszeichnen. Sein Held Jack Crow (James Woods) ist kein Ritter in glänzender Rüstung oder ein Dämonenjäger edelster Gesinnung. Crow ist ein Zyniker, ein Mensch, der in die dunkelsten Abgründe der Seele geschaut und den Glauben an Gut und Böse vor langer Zeit verloren hat.
John Carpenter´s „Vampire" ist von einer solchen Brutalität, dass man zeitweise das Gefühl hat, das Blut würde aus dem Fernseher heraus aufs Parkett fließen. Und doch ist "Vampire" ein unglaublich faszinierender Film, denn der Kampf des Zynikers Crow gegen den Fürsten der Dunkelheit, Valek, ist frei von Pathos oder falschem Heldentum. Auch ist er frei von jeglichen Kompromissen gegenüber den Sehgewohnheiten des Publikums. „Vampire" ist keine lustige Ballerorgie vom Schlage von „From Dusk Till Dawn" und ähnlichen HipShits, in dem Mord und Totschlag nur der Belustigung dienen und wo mit Humor die ihnen innewohnenden menschenverachtenden Grundtendenzen überspielt werden sollen. „Vampire" ist vielmehr von vollkommener Konsequenz. Es gibt keinen Humor, keine Liebe, keinen Respekt. In „Vampire" gibt es nur ein menschliches Gefühl: Hass! Purer, blanker Hass, den Crow und Valek auf den jeweils anderen verspüren, purer, blanker Hass - die einzige Emotion, die beide am Leben hält.