
Originaltitel: Ju-On
Japan, 2001
Kinostart: unbekannt (FSK: 16)
ca. 92 Min.
Horror
Es spukt in einem kleinen Vororthäuschen in Tokio. Glaubt zumindest eine junge Sozialarbeiterin, nachdem ihr im Haus ein Junge begegnet, der vor vielen Jahren spurlos verschwand – und seitdem offenbar keinen Tag gealtert ist.
Horrorfans aufgepasst. „Ju-On“ ist ein Horrorfilm, den jeder Genrefan gesehen haben muss. Die ersten 45 Minuten sind eine Aneinanderreihung von Schockeffekten, wie man sie selbst im Genrekino nur selten sieht. Dabei verzichtet der Film in dieser Phase fast vollständig auf Handlung, stattdessen reiht Regisseur Shimizu Takashi Schockeffekt an Schockeffekt. Und verbreitet wohltuenden Grusel. Erst in der zweiten Hälfte lüftet die Geschichte einige ihrer Geheimnisse, die den Adrenalinspiegel jedoch nicht senken, sondern – im Gegenteil – noch einmal ansteigen lassen. Dabei wird der Horror – und dies macht den Film umso erstaunlicher – keinesfalls zelebriert. Er geschieht fast beiläufig, ganz so, als sei er ein Zufallsprodukt der Geschichte und eigentlich gar nicht so wichtig. Daher wirkt der Film niemals sensationslüstern, sondern eigentlich schlicht in seiner Umsetzung, was ihn umso effektiver macht.
Nachdem bereits der japanische Horrorfilm „Ring“ in den USA erfolgreich remaked wurde, wird zurzeit auch eine US-Neuverfilmung von „Ju-On“ vorbereitet. Man muss jedoch darauf hinweisen, dass „Ring“ im Vergleich zu „Ju-On“ etwa den Schauerwert einer durchschnittlichen „Sesamstraßen“-Folge erreicht.