Space-View Filmguide: Lethal Weapon 4

Lethal Weapon 4

Fakten

Originaltitel: Lethal Weapon 4
USA, 1998
Kinostart: 13.08.1998 (FSK: 16)
ca. 127 Min.

Genre

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Kurzübersicht

Während eines Angelausflugs stoßen die kalifornischen Cops Martin Riggs und Roger Murtaugh mit ihrem Kumpel Leo Getz auf eine Schiffsladung illegaler chinesischer Einwanderer. Murtaugh, der sich als Sklavenbefreier versteht, hilft einer der Chinesenfamilien dabei, von den Behörden unbeachtet unterzutauchen – und zieht dadurch den Zorn des chinesischen Kriminellen Wah Sing Ku auf sich, der eben diese Familie benötigt, um seinen Plan durchzusetzen und große Mengen an Falschgeld zu produzieren. Die Ermittlungen führen die „stahlharten Profis“ einmal mehr in Gefahr, auch ihre Familien bleiben vom Zorn der chinesischen Gangster nicht verschont.

Review

Schon im letzten Teil der Quadrologie, „Brennpunkt L.A. – Die Profis sind zurück“, hatte Danny Glovers Roger Murtaugh mehrfach und überzeugend verlauten lassen, er sei „zu alt für diese Scheiße“ – also für das actionreiche und gefahrenvolle Leben eines Kinohelden. Ob es wohl daran lag, dass die Produzenten ganze sechs Jahre mit dem Konzept zu einem vierten Abenteuer der ungleichen Partner schwanger gingen?
Es ist nicht von der Hand zu weisen: „Lethal Weapon“ ist ein Franchise, das seine Hochzeit hinter sich hat. Zwar haben die Filme ihr vergleichsweise moderates Geld immer noch mühelos eingespielt, doch ließen sich spätestens nach der dritten Inkarnation auch die Argumente der Kritiker nicht mehr von der Hand weisen, denen zufolge die Reihe zu einem – durchaus effizient realisierten, aber dennoch – Malen nach Zahlen geworden war. Das ist immer die Crux bei Fortsetzungen zu einmal erfolgreichen Geschichten: Man darf nie zu weit vom Original abweichen, muss aber dennoch eine eigenständige und den Namen der Reihe verdienende Story erzählen. Es kommt nicht von ungefähr, dass sich Hauptdarsteller Mel Gibson seine Rückkehr in die alte Rolle mit stolzen 25 Millionen US-Dollar vergüten ließ. Gibson hatte mittlerweile den Hollywood-Olymp erklommen und war Star von preisgekrönten Filmen wie „Braveheart“ (den er auch selbst inszenierte) und kontroversen Thrillern wie „Kopfgeld“ (Ransom) gewesen – und musste niemandem mehr etwas beweisen. Vierte Teile zu drehen hatte Gibson schlicht nicht nötig, auch wenn er das Team der „Lethal Weapon“-Streifen mochte und die gemeinsame Zeit in angenehmer Erinnerung hatte.
Nimmt man dazu auch noch die Tatsache in Betracht, dass 1998 das Zeitalter der „guten alten“ Actionfilme, wie sie einst Leinwandgrößen wie Arnold Schwarzenegger, Bruce Willis und Sylvester Stallone groß gemacht hatten, längst abgelaufen war, sprach vieles gegen einen weiteren Aufguss der „stahlharten Profis“. Mit 140 Millionen Dollar Produktionskosten wurde „Lethal Weapon 4“ der mit großem Abstand teuerste Film der Reihe – ein Gutteil dieser Kosten ging für Werbemaßnahmen drauf. Man hatte wohl Angst davor, an den Kinokassen nicht mehr genügend beachtet zu werden. Wie gesagt: „zu alt für diese Sch…“
Verstecken muss sich der vierte und letzte Streich der Reihe aber keineswegs. Mit der Aussicht auf ein großes Finale ließ sich auch Shane Black, der ursprüngliche Erfinder der Figuren und des Konzeptes, zu einer Mitarbeit bewegen. Black hatte sich nach Teil 2 beleidigt von der Produktion zurückgezogen, als sein Drehbuchentwurf mehrere Überarbeitungen erfuhr, kam nun aber zurück in den Schoß der Familie. Das Buch selbst wurde aber von Alfred Gough und Miles Millar verfasst, die Jahre später mit „Smallville“ Erfolge im Fernsehen feiern sollten, einer TV-Realserie über die Jugendjahre des Comichelden Superman.
Auch wenn der Film seine Kosten nur durch Auslandsverkäufe und langen Atem wieder einspielen konnte, ließ Regisseur Richard Donner kurze Zeit später verlauten, an einem fünften Teil zu arbeiten, der die Reihe diesmal wirklich definitiv abschließen sollte. Mel Gibson beendete die Entwicklung kurzerhand, in dem er eine Teilnahme kategorisch ausschloss. Wenn man bedenkt, welche Wende Gibsons Karriere in den letzten Jahren gemacht hat (aufgrund seiner antisemitischen Äußerungen unter Alkoholeinfluss), sollte Donner vielleicht mal wieder bei ihm anrufen.

Wissenswertes

Wussten Sie schon …? Die Rolle des Detective Lee Butters wurde vor Chris Tucker schon Chris Rock und Larenz Tate angeboten, welche beide ablehnten. Ebenfalls einen Korb erhielten die Produzenten von Jackie Chan, für den sie die Figur Wah Sing Ku geschrieben hatten. Chan wollte Helden spielen, keine Bösewichte, also ging der Part an Jet Li. Oscarpreisträger Joe Pesci (1990, für die Beste Nebenrolle in Martin Scorseses „Goodfellas“) zog sich nach diesem Film von der Arbeit vor der Filmkamera zurück und konzentrierte sich primär auf die Theater- und Musicalbühne. Einzig für seinen Weggefährten Robert De Niro machte er bisher eine Ausnahme und absolvierte in dessen „The Good Sheperd“ aus dem Jahr 2006 einen Gastauftritt. Aufgrund der Brutalität einiger Szenen bekam der Film in Deutschland eine FSK-18-Wertung und wurde geschnitten in die Kinos gebracht. Eine Vollversion wurde erst nachträglich veröffentlicht. An der „Lethal Weapon“-Serie sieht man schön, wie sich das Filmgeschäft in den letzten Jahrzehnten immer mehr internationalisierte: Teil 4 der Serie kam in Deutschland als erste und einzige Version mit dem Originaltitel in die Lichtspielhäuser. Bei der riesigen PR-Kampagne ging man – zurecht – davon aus, dass das Publikum die „stahlharten Profis“ aus dem „Brennpunkt L.A.“ wohl schon von alleine wieder erkennen würde. Frisch zitiert: „Auf eine komische Art fühlte sich ‚Lethal Weapon 4’ für mich wie eine Sammlung von Outtakes an – von Kram, den sie früher nicht verwendet, nun aber zu einem Film zusammengesetzt hatten, der sich ganz tief in seinem Innersten für unnötig hält.“ -Roger Ebert

Hauptdarsteller

  • Martin Riggs Mel Gibson
  • Roger Murtaugh Danny Glover
  • Leo Getz Joe Pesci
  • Lorna Cole Rene Russo
  • Detective Lee Butters Chris Rock
  • Wah Sing Ku Jet Li
  • Rianne Murtaugh Traci Wolfe
  • Trish Murtaugh Darlene Love
  • Onkel Benny Kim Chan
  • Captain Murphy Steve Kahan
  • Hong Eddy Ko
  • Mann Vom State Department Jack Kehler
  • Detective Ng Calvin Jung
  • Nick Murtaugh Damon Hines
  • Carrie Murtaugh Ebonie Smith
  • Dr. Stephanie Woods Mary Ellen Trainor
  • General Dana Lee
  • Detective Roland Kickinger
  • INS Agent Richard Riehle

Film-Crew

  • Regie Richard Donner
  • Drehbuch Jonathan Lemkin
  • Drehbuch Alfred Gough
  • Drehbuch Shane Black