Space-View Filmguide: Pi

Pi

Pi

Fakten

Originaltitel: Pi
USA, 1997
Kinostart: 08.04.1999 (FSK: 12)
ca. 85 Min.

Genre

Horror

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Kurzübersicht

Max (Sean Gulette) ist ein Mathematikgenie. Vollkommen zurückgezogen lebt er in einer billigen Absteige irgendwo in New York und arbeitet an einer alles erklärenden Weltformel. Max glaubt, daß eine Zahl, möglicherweise „Pi“, die Erklärung aller Fragen darstellt, da das Leben auf mathematischen Gleichungen basiere. Eine Gruppe von Börsenmaklern erhofft sich mit seiner Hilfe, die Entwicklung der Börsenkurse voraussagen zu können. Die Aggressivität dieser Leute stellt keine Bedrohung für das Rechengenie dar, während eine jüdische Sekte ihm weitaus mehr Angst einflößt: Max, der selbst Jude ist, seinen Glauben aber nicht mehr praktiziert, scheint mit seinen Arbeiten nämlich einem viel größerem Geheimnis auf der Spur zu sein: Gott!

Review

„Pi“ ist ein unglaublich faszinierender Film. Vor allem brilliert er durch seine handwerkliche Umsetzung: Regisseur Aronofsky dreht ausschließlich in Schwarzweiß. Auf den ersten Blick scheint er sämtliche Konventionen zu ignorien. Die Kamera ist ein hektischer Beobachter, der selten still steht. Im Schnitt herrscht Willkür. Bilder sind selten „richtig“ ausgeleuchtet, oft finden fürchterliche Überblendungen statt, in denen Personen und Hintergründe miteinander verschwimmen. Und da auch die Handlung zu Beginn chaotisch erscheint, wirkt „Pi“ während der ersten Hälfte wie das vollkommen überambitionierte Werk eines sich selbst überschätzenden Filmhochschülers. Doch „Pi“ ist die Geschichte des Spiels Chaos versus Ordnung, und wer erst einmal einen Zugang zur Geschichte gefunden hat, erkennt, daß jede Einstellung, jede Überblendung, jeder Schnitt wohl überlegt ist. Je näher Max Gott kommt, desto klarer wird das „Strickmuster“ des Filmes. „Pi“ wird oft mit dem Frühwerk von David Lynch, und hier im besonderen mit „Eraserhead“ verglichen. Dieser Vergleich ist jedoch vollkommen unpassend. Wo Lynch den Zuschauer einst verwirren und verunsichern wollte – ohne ihm eine Erklärung für das Gesehene zu liefern - ist Aronofsky eher ein konservativer Filmemacher, der eine klassische Horrorgeschichte erzählt, in der ein Wissenschaftler mit seinen Forschungen versucht, Gott herauszufordern. Sucht ein Doktor Frankenstein diese Herausforderung, indem er einen Menschen erschafft, fordert Max Gott heraus, indem er mit Hilfe der Mathematik im Endeffekt seine Nicht-Existenz beweisen will.
So betrachtet mag es zwischen Lynch und Aronofsky auf einer handwerklichen Ebene Parallelen geben, inhaltlich unterscheiden sie sich jedoch extrem. Aronofsky weiß vielmehr, die Welten eines David Lynchs und die des konventionellen Kinos in seinem Film perfekt zu kombinieren und etwas Originäres, Ungewöhnliches, und doch vertraut Klassisches zu erschaffen. Respekt!

Bewertung: 5 Sterne

geschrieben von: Christian Lukas

Hauptdarsteller

  • Maximillian Cohen Sean Gullette
  • Sol Robeson Mark Margolis
  • Lenny Meyer Ben Shenkman
  • Marcy Dawson Pamela Hart
  • Rabbi Cohen Stephen Pearlman
  • Devi Samia Shoaib
  • Farrouhk Ajay Naidu
  • Kabbala Scholar Ari Handel

Film-Crew

  • Regie Darren Aronofsky
  • Drehbuch Darren Aronofsky
  • Drehbuch Sean Gullette
  • Musik Clint Mansell