
Originaltitel: Primal Force
USA, 1999
Kinostart: unbekannt (FSK: 16)
ca. 86 Min.
Horror, Science Fiction
Frank Grody (Ron Perlman) vegetiert in einem kleinen mexikanischen Küstenstädtchen vor sich hin und verbringt seinen Tag vor allem mit dem Konsum von Alkohol. Eines Tages bekommt er Besuch von dem jungen Scott Davis (Mark Kiely), der ihn um Hilfe bittet. Auf einer nahe gelegenen Insel ist ein kleines Flugzeug abgestürzt. An Bord war die Tochter seines Chefs, eines reichen amerikanischen Unternehmers, der darüber nachdenkt, auf der Insel ein Ferienparadies zu errichten. Wie man nun aber hat feststellen müssen, steht die Insel de facto unter Quarantäne, so dass sich sämtliche Fischer weigern, ein Rettungsteam zur Insel zu bringen. Und so ist man auf Frank gestoßen. Dieser hat vor vielen Jahren auf der Insel gearbeitet und als einziger eine Katastrophe überlebt. Widerwillig nur lässt sich Frank zur Teilnahme an dieser Rettungsmission überreden. Widerwillig, da er den Grund für die Quarantäne kennt: Schon vor Jahren sollte auf der Insel ein Ferienparadies entstehen – allerdings nur für verhinderte Großwildjäger mit entsprechend gefüllten Brieftaschen. Um die Jagd etwas spannender zu gestalten, wurden neben afrikanischen Gazellen, Antilopen und Nashörnern außerdem Paviane importiert, an deren Genen sich ein Arzt zu schaffen machte. Die Tiere sollten schneller – und damit die Attraktion des Parks werden. Doch die Gier der Parkbetreiber wurde bestraft. Die Affen mutierten und wurden nicht nur schneller, sondern vor allem intelligenter und aggressiver. Aus den Gejagten wurden die Jäger.
Manchmal verstecken sich unter den Filmpremieren, die in unseren Tagen den Weg in die Regale der Videotheken finden, kleine Perlen. „Primal Force“ gehört zweifelsohne zu ihnen. Perfekt ist der Film nicht, über Durchschnitt aber auf jeden Fall. Visuell ist der Film auf höchstem Niveau in Szene gesetzt. Es ist zwar nicht zu übersehen, dass er für das amerikanische Fernsehen inszeniert wurde, doch die Dynamik, mit der die Kamera über die Insel schwebt, ist wirklich beeindruckend. Aber auch inhaltlich hat der Film einiges zu bieten. Es finden sich Ansätze der Geschichte Frankensteins wieder. Doch es ist nicht die Geschichte des Doktors. Es ist die Geschichte seines Gehilfen, des willigen Handlangers, der seine Arbeit niemals hinterfragt, sondern stets nur auf seine Bezahlung geachtet hat. Ethik und Moral waren ihm lange egal – bis die Katastrophe über ihr Werk hereingebrochen ist und er plötzlich mit seiner Schuld konfrontiert wurde. Franks Rückkehr auf die Insel ist ein Akt der Wiedergutmachung. Durch seinen Opfergang hofft er, von seiner Schuld erlöst zu werden. Wohl wissend, dass es für ihn keine Erlösung geben wird. Leider gerät der Film in der Mitte ziemlich aus dem Tritt und weiß nicht so recht, ob er sich eher seiner moralischen Geschichte oder der Action widmen soll. Diese Unentschlossenheit schadet dem Gesamtbild sehr, darüber kann der spannende Showdown leider nicht hinwegtäuschen.