
Originaltitel: Raptor a.k.a Carnosaurus IV
USA, 2002
Kinostart: unbekannt (FSK: 16)
ca. 81 Min.
Horror, Science Fiction
Roger Corman war schon immer dafür bekannt, Szenen aus von ihm produzierten Filmen zu recyceln. Mit „Raptor“ aber schießen er und sein Hof-Regisseur Jim Wynorski den Vogel ab. „Raptor“ ist eigentlich der vierte Teil der „Carnosaurus“-Reihe, mit der Corman einst auf den Erfolgszug von „Jurassic Park“ aufsprang und mit der er seine eigene Saurier-wird-geklont-Geschichte entwarf. Für diese Filme sind einige Saurier-Modelleffekte entstanden. Und schon in Teil zwei und drei wurden teilweise Effekte aus dem ersten Teil übernommen beziehungsweise wurde nicht verwendetes Material verwertet. Doch „Raptor“ ist Recycling pur. Für diesen Film ist nicht eine einzige Saurierszene gedreht worden, nicht eine Actionszene wurde für diesen Film inszeniert, nicht eine Explosionssequenz ist für diesen Film entstanden. Alle Saurier-, Action- und Pyrotechnikszenen stammen aus den ersten drei „Carnosaurus“- oder anderen Corman-Filmen der letzten 30 Jahre! Entstanden ist lediglich eine Geschichte über einen verrückten Wissenschaftler (Corbin Bernsen – der, vom Epilog abgesehen, ausschließlich in einer einzigen Kulisse agiert!) und einen Sheriff, der ihm das Handwerk legen will (Eric Roberts, der etwa fünf Tage am Drehort verbracht haben dürfte).
Ist ein solches Recycling dreist oder fast schon genial? Für das Recycling würde es 5 Punkte geben!
Erstaunlich ist der Audiokommentar von Jim Wynorski, der ganz ungeniert über die Lücken im Drehbuch plaudert oder erklärt, aus welchen Filmen welche Effekte geklaut worden sind. Und ob man es glauben mag oder nicht: Die deutsche Fassung ist weltweit die längste! Sie umfasst unter anderem den bereits erwähnten Epilog, der in der US-Fassung gänzlich fehlt.