
Originaltitel: Ratten - Sie werden dich kriegen!
BRD, 2002
Kinostart: unbekannt (FSK: 16)
ca. 98 Min.
Horror
Es ist der heißeste Sommer in Frankfurt / Main seit 150 Jahren. Die Müllabfuhr streikt, und die Stadt versinkt im Dreck. Just in diesen Tagen wird der Hubschrauberpilot Frank Badrock (Ralph Herforth) in die Abteilung Schädlingsbekämpfung zwangsversetzt. Frank konnte bei einer waghalsigen Rettungsaktion zwar ein kleines, in Not geratenes Mädchen retten – hat dabei aber leider auch die gesamte Frankfurter Börse lahm gelegt. Zeit, sich in seiner neuen Abteilung einzuleben, bekommt er nicht, denn an fast jeder Ecke wartet Arbeit auf die Schädlingsbekämpfer. Ratten haben im Müll der Großstadt ihr Paradies gefunden. Ohne Pause rücken Frank und seine Kollegen aus, um die Nager einzufangen. Und so sind sie die ersten, die erkennen müssen, dass Frankfurt von einer Rattenplage gigantischen Ausmaßes bedroht wird. Beim Versuch, die Bürgermeisterin zu warnen, stößt Frank auf taube Ohren. Er ist schließlich nur „dieser Draufgänger“, der die Börse lahm gelegt hat ...
Fürs Fernsehen produziert, hat „Ratten – Sie werden dich kriegen!“ überraschend seinen Weg auf DVD gefunden. Und ganz ehrlich: Der Film hätte auf jeden Fall auch einen Kinostart verdient gehabt, denn das, was Regisseur Jörg Lühdorff hier gezaubert hat, besitzt absolut Kino-Niveau. Dabei lebt der Film von zwei Faktoren:
1.) Die Atmosphäre: Die Hitze steht förmlich in der Stadt und schwappt aus dem Fernsehen hinaus ins heimische Wohnzimmer. Lühdorff verzichtet auf allzu viele visuelle Spielereien und bleibt in der Regel nah an seinen Protagonisten.
2.) Ralph Herforth: Der Hauptdarsteller legt eine Präsenz an den Tag, wie sie in deutschen Filmen nur selten zu finden ist. Herforth funktioniert dabei weniger als Schauspieler denn als Typ. Er ist ganz einfach eine Person, die allein durch ihr Auftreten einen Film tragen kann, was sehr selten ist. Darüber hinaus begeistern die Effekte (Millionen animierte Ratten!).
Bei der DVD handelt es sich um einen Director`s Cut. Dabei wurden einige Szenen, im Vergleich zur TV-Ausstrahlung, etwas umgeschnitten, sodass sie rasanter wirken als bei der TV-Premiere. Es gibt kommentierte, herausgeschnittene Szenen. Darüber hinaus liegen zwei verschiedene Kommentarspuren vor. Christian Kahrmann (einer der Hauptdarsteller) und Autor Alexander Rümelin sorgen für die eher amüsante Spur, ein zweiter Kommentar wird von Regisseur Lühdorff, Kameramann Matthias Neumann und Produktionsleiter Stephan Barth gesprochen. Das Bild ist im Format 1,85:1, der fett abgemischte Ton kommt in DD 5.1 daher.