
Originaltitel: The Quatermass Experiment
Großbritannien, 1955
Kinostart: unbekannt (FSK: 12)
ca. 82 Min.
Action, Science Fiction
England hat sein erstes Raumschiff erfolgreich gestartet. Doch dessen Rückkehr steht unter keinem guten Stern. Die Rakete stürzt ab, zwei Astronauten sind spurlos verschwunden, der einzige Überlebende (Richard Wordsworth) ist apathisch und nicht ansprechbar. Projektleiter Quatermass (Brian Donlevy) ahnt Fürchterliches und stellt den Mann unter Quarantäne – doch dessen Ehefrau (Margie Dean) verhilft ihm zur Flucht, womit sie eine Katastrophe auslöst.
„The Quatermass Experiment“ gilt als einer der großen Klassiker des Sci-Fi-Genres. Nach mehreren TV-Filmen in den frühen 50er Jahren erwarben die legendären Hammer-Filmstudios die Rechte an dem Stoff, und unter der Regie von Val Guest entstand 1955 der erste einer Reihe von Spielfilmen um Dr. Quatermass. Regisseure wie Ridley „Alien“ Scott und John Carpenter nennen „The Quatermass Experiment“ einen der wichtigsten Sci-Fi-Filme aller Zeiten! Was diesen Film wegweisend macht, das sind seine Figuren! „The Quatermass Experiment“ erzählt die Geschichte eines missglückten Experimentes, es gibt keine Schurken, es gibt keine Helden. Alle Figuren bewegen sich in Graubereichen. Im Gegensatz zu amerikanischen Filmen, die gerade im Sci-Fi-Bereich gerne mit Gut-/Böse-Konstellationen arbeiteten (gut = Amerikaner/böse = das Fremde als Metapher für den Kommunismus), ist „The Quatermass Experiment“ von solchen Assoziationen vollkommen frei. Darüber hinaus ist die Titelfigur, Dr. Quatermass, eigentlich sehr unsympathisch. Er ist kein Held. Er ist ein Rechthaber, ein eiskalter Karrierewissenschaftler, ein von seiner Arbeit Besessener. Aber er ist kein Schurke, und im Augenblick der Gefahr trifft er die richtigen Entscheidungen. In Deutschland lief der Film unter dem Titel „Schock“ – und das in einer den Inhalt verfremdenden Synchronisation! Dr. Quatermass hieß hier zu Lande Dr. Braun – wobei in der Synchronisation angedeutet wurde, dass er ein Schurke sei, der nichts Gutes im Sinn habe. Furchtbar!
Die DVD ist wunderbar. Neben dem englischen Originalton gibt es nicht nur eine neue deutsche Synchronspur – auf einer zweiten deutschen Tonspur gibt es auch die alte, sinnverfremdende Synchronisation zu hören, die, mit Verlaub, als „Brüller“ bezeichnet werden kann. Ein schönes Booklet erzählt die Geschichte der „Quatermass“-Reihe. Höhepunkt der DVD ist ein Interview mit Regisseur Val Guest aus dem Jahr 2000, das jeden Fan des britischen Sci-Fi/Horror-Filmgenres in Verzückung versetzen wird. Eine neue VHS-Auflage gibt es übrigens nicht.