Originaltitel: El diablo venia a Akasawa
Deutschland, Spanien, 1971
Kinostart: 05.03.1971 (FSK: 18)
ca. 84 Min.
Science Fiction
Im Dschungel von Akasava stoßen Professor Forrester und sein Gehilfe auf einen Fund von größter Bedeutung: einen Stein, dessen Macht sie zu Herrschern der Welt machen könnte. Kurz darauf stirbt der Assistent an der Strahlung des Fundstücks und der Professor selbst verschwindet spurlos. Daheim in England bittet Lord Kingsley Scotland Yard um Hilfe bei der Suche nach dem Vermissten. Das Yard setzt seine Agentin Jane Morgan auf den Fall an, die im Urwald auf diverse suspekte Figuren stößt, allen voran den undurchsichtigen Arzt Dr. Andrew Torrsen. Gemeinsam mit Rex Forrester will Jane das Verschwinden des Wissenschaftlers aufklären.
Ein Stein, dessen Macht die Weltherrschaft ermöglicht. Ein Plot, der im Dschungel eines fiktiven afrikanischen Landes spielt. Und eine junge Hauptdarstellerin, die erst kurze Zeit vorher im Erotik-Trash „Vampyros Lesbos – Erbin des Dracula“ mitgewirkt hatte und auch im „Teufel“ primär durch einen Mangel an Kleidung überzeugte. Es scheint schlicht unmöglich zu sein, dass „Der Teufel kam aus Akasava“ und beispielsweise das betulich-biedere Fuchsberger-Vehikel „Der Mönch mit der Peitsche“ zu ein und derselben Filmserie gehören sollen…
Ende der 1960er Jahre gelangten Filmproduzent Horst Wendlandt und die Produktionsfirma Rialto Film zu der Überzeugung, ihrem festgefahrenen Franchise von Filmen nach Motiven des britischen Schriftstellers Edgar Wallace eine Frischekur verpassen zu müssen. Zwar hatten die weit über zwanzig bisher entstandenen Werke durchaus ihr Publikum finden können, doch musste für eine lukrative Fortführung der Reihe der internationale Durchbruch her. Zu diesem Zweck machten sich Wendlandt und Co. auf die Suche nach ausländischen Partnern, die ebenfalls Geld, Stars und Talent in zukünftige Produktionen stecken konnten. Man fand sie in Italien. Schon 1969 war auf diese Weise „Das Gesicht im Dunkeln“ entstanden, ein erstaunlich halbgarer und kommerziell miserabeler Versuch, einen „erwachseneren“ Thriller im Stil von Hitchcock zu erzeugen. Trotz Klaus Kinski in der Hauptrolle schaffte es die deutsch-italienische Co-Produktion wegen ihres ungewöhnlichen Themas, ihrer streckenweise schlicht dilettantischen Inszenierung und einiger Kinderkrankheiten nicht einmal im Heimatland des Wallace-Kinokults zu punkten. Entsprechend gebremst ging Rialto danach in die Vorbereitungen ihres nächsten Wallace. Die Zeiten, in denen man mit diesen Filmen alle paar Monate die Lichtspielhäuser gefüllt hatte, schienen gezählt.
Artur Brauner und seine CCC-Studios nutzten die Rialto-Pause für einen eigenen Wallace. Für „Der Teufel kam aus Akasava“ wandte man sich nun nach Spanien und heuerte als Regisseur den Horror- und Erotikfachmann Jess Franco an, einen Trashfilmer par exellence. Um deutschen Zuschauern einen Anker zu bieten, steuerte CCC einige Mitglieder aus Rialtos bekanntem Wallace-Ensemble bei. Diesmal durften sich unter anderem Horst Tappert und der nach jahrelanger Wallace-Abstinenz zurückgekehrte Siegfried Schürenberg fragen, wo es mit der einstigen Erfolgsserie nur hingegangen war. Für Tappert sollte es der letzte Ausflug in die Serie werden, da er bereits 1973 seinen Dienst als TV-Kommissar Stephan Derrick antrat.
Die weibliche Hauptrolle des Filmes gab Franco, der ein Drehbuch von Ladislas Fodor und Paul André verarbeitete, an die aparte Soledad Miranda (auch gelistet als Susan Korda), die ohnehin bei CCC-Studios und Artur Brauner unter Vertrag war. Miranda, eigentlich Soledad Rendón Bueno, war eine der bekanntesten B-Movie-Schauspielerinnen Europas. Ansonsten setzte er auf Gewalt, Action und eine teils sehr deftige Bildsprache, ging im Vergleich mit früheren Wallace-Filmen also gänzlich andere, eigene Wege. Das Ergebnis war eher Franco denn Wallace und verwirrte das deutsche Publikum und die Presse.
Wussten Sie schon …? Für die Musik des Filmes griff Franco auf die LP „Sexadelic Dance Party“ zurück, die er auch schon bei „Vampyros Lesbos“ verwendet hatte. Auch Quentin Tarantino bediente sich für „Jackie Brown“ bei einigen Tracks. Artur Brauner war mit den Filmen der Wallace-Serie bestens vertraut, wurden doch einige von ihnen in seinen CCC-Studios im West-Berliner Stadtteil Spandau gedreht. Fred Williams, der den Rex Forrester spielt, heißt mit bürgerlichem Namen Friedrich Wilhelm Löcherer und hatte ebenfalls bereits mit Franco gedreht. Nach seiner Schauspielkarriere leitete er laut Biografie einige Modegeschäfte in München. Soledad Miranda starb im August 1970 bei einem Autounfall. Sie war auf dem Weg zu Artur Brauner gewesen. Frisch zitiert: „Der Schnitt ist eine Katastrophe… Nehmen Sie nur Vernon, wie er – nachts – über den grünen Rasen eines englischen Landsitzes flieht, um im nächsten Augenblick wie durch ein Wunder in hellem Tageslicht auf einer staubigen Landebahn zu erscheinen. Da ein guter Teil der Handlung ohnehin keinen Sinn ergibt, folgt Franco genügsam den Nebensträngen, die ohnehin nicht viel mit ihr zu tun haben. Gut so, kommen wir doch dadurch in den Genuss von Janes ausführlichem Nachtclub-Auftritt, welcher aus wenig mehr als der kaum bekleideten Miranda besteht, die provokativ zu den groovenden, eleganten Jazz-Pop-Klängen des Soundtracks posiert.“ - Eccentric-Cinema.com