
Originaltitel: Mermaid Chronicles Part 1: She Creature
USA, 2001
Kinostart: unbekannt (FSK: 16)
ca. 91 Min.
Fantasy, Horror
Vier Filme hat die Columbia zunächst, direkt für den Video- und Fernsehmarkt, nach Vorgaben aus dem Hause Arkoff inszeniert. Und sollten diese beim Publikum erfolgreich sein, wird es nicht bei diesen Vieren bleiben. Samuel Z. Arkoff gilt als einer der bedeutendsten B-Film-Produzenten der 50er- und 60er-Jahre. Mit minimalen Mitteln produzierte er einst für Vorstadt- und Autokinos Horror- und Gangsterfilme. Einige von ihnen, wie „Geschöpf des Schreckens“ („The She-Creature“), gelten heute als Klassiker. Genau dieser Film, „The She-Creature“, diente dem Autor Sebastian Gutierrez als Vorlage, als er „Der Todesengel aus der Tiefe“ geschrieben und inszeniert hat. Wobei er sich sehr weit vom Original entfernt hat. Ist es im Original ein Hypnotiseur, der ein Monster erweckt, das seit Jahrhunderten auf dem Grund eines Sees gelebt hat, ist dieses Monster in Gutierrez Film eine wunderschöne Meerjungfrau, die zufällig von Angus (Rufus Sewell) entdeckt wird, dem Betreiber eines Monsterkabinetts. Mit diesem reist er Anfang des 20. Jahrhunderts durch Irland. Natürlich ist sein Kabinett ein einziger Betrug – bis er eben jene echte Seejungfrau entdeckt, die er in die USA transportieren will. Mit ihr erhofft er sich den Durchbruch. Leider aber hat er die Rechnung ohne die wunderschöne Jungfrau gemacht, die sich nach und nach als ein gefährliches Monster entpuppt. Einzig Angus’ Freundin Lily (Carla Gugino) scheint sich vor dem Monster nicht fürchten zu müssen. Doch warum lässt die Meerjungfrau ausgerechnet Lily in Ruhe?
Die Kulissen sehen wirklich wunderbar aus, die Ausstattung ist beachtlich, die Effekte kommen aus dem Hause Stan Winston („Jurassic Park“). Winston agiert übrigens auch als Ausführender Produzent mit Lou Arkoff („Inspektor Gadget“), dem Sohn von Samuel Arkoff, der ebenfalls noch als Produzent genannt wird (Sam Arkoff ist im September 2001 83-jährig verstorben). Auch die Hauptdarsteller Rufus Sewell („Dark City“) und Carla Gugino können sich sehen lassen, darüber hinaus ist Gil Bellows („Ally McBeal“) in einer sehr schönen Cameo-Rolle zu sehen.
Leider hapert es mit der Spannung. So gut der Film aussehen mag, so toll die Effekte ausfallen: Die an sich simple Geschichte schafft es nicht, über 90 Minuten einen Spannungsbogen aufrechtzuerhalten. Das Original „The She-Creature“ dauerte gerade einmal 74 Minuten. Und so fällt „Der Todesengel aus der Tiefe“ denn auch schlicht und ergreifend eine Viertelstunde zu lang aus!