
Originaltitel: Tenchi Muyo - In Love
Japan, 2001
Kinostart: unbekannt (FSK: 12)
Science Fiction
Der Superverbrecher Kain ist aus dem Gefängnis der Galaxy Police ausgebrochen. Seit Jahren schon kämpft Kain gegen die Kaiserfamilie Jurai. Nun reist er in die Vergangenheit, ins Jahr 1970, um die Mutter des jungen Tenchi zu töten, die der Familie Jurai angehört. Um Tenchis Eltern zu retten, nutzt die Wissenschaftlerin Washu ihre Zeitmaschine und schickt Tenchi gleichfalls in die Vergangenheit, wo er seine Mutter beschützen soll. Tenchi bleibt nicht viel Zeit, denn sein Körper beginnt sich aufzulösen. Ein Zeichen dafür, dass Kains Plan aufzugehen scheint.
Wer versucht, den Film nach Logikmaßstäben zu bewerten, wird mit diesem Versuch zwangsweise auf dem Bauch landen. „Tenchi Muyo! – The Movie“ produziert im Sekundentakt Logikfehler. Man muss sich also einfach auf die Figuren einlassen. Und diese machen den Film charmant. Zwar neigt dieser Anime, wie so viele andere auch, zu Übertreibungen in der Charakterisierung der Figuren, alles in allem aber muss man „Tenchi Muyo – The Movie“ zugestehen, seine Figuren ernst zu nehmen. Tenchi und seine Freunde sind liebevoll gestaltete Charaktere, die allesamt gute Eigenschaften in sich vereinen, ohne dabei „übermoralisch“ zu wirken, da keiner der Charaktere fehlerfrei ist. Die Zeichnungen sind sehr aufwändig gestaltet, die Actionszenen sind hervorragend konzipiert. Der Film basiert übrigens auf einer TV-Serie.
Das Bild ist im Kinoformat 1:1,85. Der deutsche und der japanische Ton befinden sich auf dieser DVD in den Tonformaten DD 5.1 und dts 5.1. Da die deutsche Synchronisation nicht sonderlich gelungen ist, macht es Sinn, den Film im Original mit deutschen Untertiteln zu schauen. Als Extras gibt es eine Episodenübersicht zur Serie, die japanischen Trailer – und ein Interview mit dem Filmmusiker. Das dürfte vor allem für deutsche Sci-Fi-Fans interessant sein, denn die Musik dieses Filmes stammt – von Christoph(er) Franke! Der Berliner, der unter anderem den Soundtrack zu „Babylon 5“ verfasst hat, verpasst dem Film einen musikalisch hoch interessanten Sound, der sich von anderen japanischen Animes abhebt, bildet die Musik doch – zumindest in westlichen Ohren – oft einen Schwachpunkt japanischer Zeichentrickfilme. Leider ist das Interview etwas kurz. Als Mitglied der Band „Tangerine Dream“ hat Franke bereits in den 80er Jahren einige hoch interessante Soundtracks geschrieben. Auf Grund seiner langjährigen Erfahrungen im Soundtrack-Metier wäre ein ausführlicheres Interview wünschenswert gewesen.