
Originaltitel: Vidocq
Frankreich, 2002
Kinostart: unbekannt (FSK: 16)
ca. 100 Min.
Horror, Thriller
Paris im Jahre 1830. In einer von politischen Unruhen heimgesuchten Stadt treibt ein unheimlicher, gesichtsloser Killer sein Unwesen. Sein prominentestes Opfer: Der Detektiv Vidocq (Gérard Depardieu). Ein junger Journalist aus der Provinz (Guillaume Canet), der eine Biografie über den berühmten Detektiv schreibt, macht sich auf die Suche nach dem Mörder und geht Vidocqs letzte Schritte nach. Dabei stößt er auf die Spur des Alchimisten, eine mystische Gestalt, die offenbar das Geheimnis des ewigen Lebens entdeckt hat und, um überleben zu können, das Blut junger Mädchen benötigt.
„Vidocq“ ist visuell ein hoch interessanter Film. Digital inszeniert, lässt Regisseur Pitof das Paris des Jahres 1830 ebenso digital wieder auferstehen. Er ist schlau genug, durch Verfremdungen, beispielsweise bei der Farbe des Himmels, dem Film einen unwirklichen, aber faszinierenden Look zu verpassen. Die Kostüme sind sehr schön, die Handlung über weite Strecken fesselnd. Doch leider bricht der Spannungsbogen des Films am Ende in sich zusammen. Die Auflösung des Films ist fade, Drehbuchautor Jean-Christophe Grange unterläuft der gleiche Fehler wie bei seinem Erfolgsfilm „Die purpurnen Flüsse“: Er erschafft eine fesselnde Handlung, liefert dann aber eine an sich simple Auflösung und lässt eine Reihe von Fragen unbeantwortet. So erfahren wir, die Zuschauer, über die Herkunft des Killers gar nichts. Und durch die Nichtbeantwortung dieser Frage bleibt seine Intention im Verborgenen. Was hat ihn dazu veranlasst, das Monster zu werden, als das wir ihn kennen lernen?