
Originaltitel: Warlock 3 - The End of Innocence
USA, 1999
Kinostart: unbekannt (FSK: 18)
ca. 91 Min.
Horror
Kris, eine junge Studentin, erbt ein für amerikanische Verhältnisse uraltes Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert. Da sie adoptiert wurde, wie sie zufällig erfährt, wusste sie bisher nichts über ihre richtige Familie. Ihre wirkliche Familie gehört nämlich zum amerikanischen Adel, sprich jenen Siedlern, die als erste nach Neu-England kamen und den Grundstein der europäischen Kolonisation Nordamerikas legten. Was sie nicht weiß: Eine ihrer Vorfahrinnen war eine gute Hexe, die ihre Tochter aus den Klauen des Teufels (Bruce Payne) entriß, was diesen in seiner Planung, der Herrscher der Welt zu werden, um 300 Jahre zurückwarf. Nun aber will er seinen Plan vollbringen. Im Wege stehen ihm nur die Freunde von Kris (Ashley Laurence Boti), welche er nun einen nach dem anderen umbringt.
Da gibt es einen sehr phantasievollen Fantasy-Film namens „Warlock“, der die Geschichte eines Dämonenjägers erzählt, der während des Kampfes mit einem Dämonen aus der Vergangenheit des 17. Jahrhunderts in die Gegenwart der 80er Jahre katapultiert wird. „Warlock“ ist ein sehr spannender, vor allem aber exzellent inszenierter Film, der Horror-, Action- und Fantasy-Elemente brillant zusammenführt und somit wohl einer der inovativsten Genrefilme der 80er Jahre sein dürfte. Leider hat das phantastische Genre die Angewohnheit, Erfolge nicht für sich allein stehen lassen zu können. Statt dessen gibt es nach jedem Erfolgsfilm eine Fortsetzung. Im Fall von „Warlock 3“ muß man darüber hinaus von einem Etikettenschwindel reden. Während der zweite Teil zumindest noch rudimentär an den ersten Teil anschloss, beschränken sich die Gemeinsamkeiten von Teil 1 und 3 auf den Spielort, Neu-England, und die Tatsache, daß nach den Briten Richard E. Grant und Julian Sands auch die Hauptrolle des dritten Teils mit einem Briten, nämlich Bruce Payne, besetzt wurde. Das sind auch schon alle Gemeinsamkeiten.
Hinter „Warlock – Das Geisterschloss“ verbirgt sich im Endeffekt nichts anderes als der Versuch, auf der von „Scream“ ausgelösten Welle moderner Horrorthriller mitzuschwimmen, indem eine Geschichte erzählt wird, in der einige Frühzwanziger in einem Haus zusammenkommen, in dem, einer nach dem anderen, ihr Lebenslicht ausgeblasen wird.
Das Problem des Filmes besteht nicht in seiner Geschichte. Diese ist eigentlich spannend und besitzt das Potential für einen anständigen Horrorschocker. Das Problem sind die Figuren. Kris‘ Freunde sind derart dämlich, blöd und bescheuert, daß es einem als Zuschauer schlichtweg am Allerwertesten vorbeigeht, was mit ihnen geschieht. Ihr Schicksal ist derart uninteressant, daß der ganze Film zu einer Ansammlung belangloser Bilderchen verkommt. Schade.