Essay - SF-History

100 Jahre Science Fiction-Film im Kino

Das war es also, das 20. Jahrhundert. Hinter uns liegt ein Zeitalter der Weltkriege und des technologischen Fortschritts - aber auch das Jahrhundert des Films. Ob Dokumentar- oder Spielfilm: Wie keinem anderen Medium zuvor ist es dem Film gelungen, eine globale Sprache zu entwickeln, deren Grundregeln, bei allen nationalen Eigenheiten, auf der ganzen Welt verstanden werden.

Als die Bilder laufen lernten


Den Grundstein dieses Regelwerkes legte ein Franzose: Georges Méliès. Wer die Geschichte des Science Fiction-Filmes behandelt, kommt um den französischen Filmpionier nicht herum. Der 1861 geborene Regisseur hatte sich bereits in den frühen 90er Jahren des letzten Jahrhunderts intensiv mit neuen Ausdrucksformen der Fotografie auseinandergesetzt. Als im Jahre 1895 die Gebrüder Lumiére in Paris jenes Projektionsverfahren vorstellten, das Einzelbilder aneinanderreiht und mit Hilfe des Stroboskop-Effektes die Illusion einer Bewegung auf der Leinwand bewirkt, war es Méliès, der das künstlerische Potential dieses Verfahrens erkannte. Wo die Gebrüder Lumiére nur mehr bewegende Fotografien erzeugten, drehte Méliès ab 1896 erste Spielfilme, in denen er das Theater auf die Leinwand bannte. Das Kino war geboren - und nur ein Jahr später küßte die futuristische Phantastik zum ersten Mal den Unterhaltungsfilm.

VON ROBOTERN UND MONDFLÜGEN


In der offiziellen Filmgeschichtschreibung beginnt das Zeitalter des Science Fiction-Filmes im Jahre 1902 mit „Die Reise zum Mond“ („Le Voyage dans la lune“ a.k.a „ A trip to the moon“, F 1902). Tatsächlich aber beginnt seine Geschichte bereits im Jahre 1897 mit „Gugusse et l’automat“ a.k.a „Gugusse and the automaton“, in dem Méliès zum ersten Mal einen Roboter auftreten ließ. Hierbei handelte es sich um einen sogenannten One-Reel-Film. One-Reel bezeichnet eine Filmrolle, die zehn Minuten Filmmaterial umfaßt. Da der Film in der Kamera in den Anfängen von Hand angekurbelt werden mußte, kam es auf das Geschick des Kameramannes an, die richtige Geschwindigkeit zu treffen. Das Zappeln der Schauspieler, wie wir es heute aus alten Komödien mit Charlie Chaplin kennen, hat übrigens nichts mit dem Können des Kameramannes zu tun. Dies beruht vielmehr auf der Tatsache, daß die ersten Filme mit 16 Bildern in der Sekunde projiziert wurden, während es heute 24 Bilder im Kino und 25 im Fernsehen sind. Filme, die mit 16 Bildern gedreht wurden, werden heute also schneller abgespielt - so entsteht der Zappeleffekt.
Méliès war ein großer Verehrer der Bücher seines Landsmannes Jules Verne. Er liebte dessen Zukunftsvisionen, da diese, bei aller Phantasie, stets einen realistischen Hintergrund hatten. Jules Verne war kein Träumer. Er war ein Rationalist, der Szenarien entwarf, an deren Realisation er glaubte: Reisen zum Mond, das Tauchen in extreme Tiefen, Robotik. 1902 verfilmte Méliès Jules Vernes „Die Reise zum Mond“: „Mit diesem 16-Minuten-Film begründete Méliès ein neues Genre: Den Science-Fiction-Film“, bemerkt die Autorin Anne M. Haasis in ihrem Werk „100 Jahre Kino“. „Dazu bediente er sich einer raffinierten Tricktechnik. Alle Mittel der Illusionsbühne, Falltüren, Attrappen und unsichtbare Leinen, mittels derer die Darsteller durch die Luft schweben, werden eingesetzt. Aber auch filmtechnische Mittel wie etwa die Doppelbelichtung, das Stop-Motion-Verfahren und der Kasch, bei dem ein Teil des Films abgedeckt und später belichtet wird.“ Méliès drehte in den nächsten Jahren weitere Filme wie „Die Reise durch das Unmögliche“ („Le Voyage a travers l’impossible“, F 1904) oder die erste Verfilmung von „20.000 Meilen unter dem Meer“ („Deux cent mille lieues sous les mers“, F 1907). Vom ersten Science-Fiction-Film, der außerhalb Frankreichs gedreht wurde, weiß man heute nur noch, daß er 1905 in Großbritannien entstanden ist und der Regisseur Robert Paul hieß. Obwohl einige Szenenfotos bis heute erhalten sind (unter anderem zeigen sie ein Auto, das auf den Ringen des Saturns fährt), ist der Titel nur noch fragmentarisch bekannt: „The [?] motorist“.
Durchsetzen konnte sich der Science-Fiction-Film damals nicht. Obwohl im Laufe der Jahre auch in den USA eine Reihe von One-oder Two-Reelern entstanden, in denen Raumschiffe zum Mars flogen oder U-Boote nach Atlantis tauchten, führte der Science-Fiction-Film ein Schattendasein. Wer eine Spielfilmdatenbank wie die amerikanische „Cinemania“ oder das deutsche „Lexikon des internationalen Films“ durchsucht, wird bis in die 20er Jahre hinein keine Eintragungen in dieser Rubrik finden

ERWACHSENENFILM VERSUS KINDERFILM


Als erster Science-Fiction-Film in voller Spielfilmlänge gilt der 1924 entstandene sowjetische Streifen „Aelita“ (UdSSR), ein Werk des Agitprop, einer Filmform, die man als den „sozialistischen Gehirnwäsche-Kinofilm“ bezeichnen könnte. Die etablierte Filmkritik liebt dieses auf einer Novelle von Alekej Tolstoi basierende Machwerk zwar, dennoch bleibt es, was es letztendlich ist - Propaganda-Müll. „Aelita“ erzählt von der Herrscherin des Mars, die Besuch von einem sowjetischen Raketenforscher erhält. Dieser streut unter den unterdrückten Arbeitern den Keim des Sozialismus und kehrt heim – um festzustellen, daß alles nur ein Traum gewesen ist. Was den Film aus heutiger Sicht unerträglich macht, ist die Tatsache, daß alle vorhandenen witzigen Elemente und die durchaus ansehnlichen Effekte von der gnadenlos platten Polit-Propaganda überrollt werden.
Wenn „Aelita“ eine Vorwehe war, so darf man „Metropolis“ (D 1925) als die wahre Geburt des Science-Fiction-Filmes bezeichnen. Auch Fritz Langs Film handelt vom Kampf der gesellschaftlichen Klassen: In der Zukunftsstadt Metropolis, Langs Version von New York, lebt die Oberschicht in den hochgelegenen Apartments über der Stadt, während die Arbeiter im Untergrund schuften müssen. Ein boshafter Wissenschaftler entfacht nun einen Arbeiteraufstand, indem er einen weiblichen Roboter als Agitator einsetzt. Die Revolte endet zwar in Blut und Tränen, die Liebe zwischen einer Arbeiterin und dem Sohn einer Herrscherfamilie verspricht jedoch Hoffnung für die Zukunft. Das „Lexikon des internationalen Films“ urteilt: „Fritz Lang verbindet in seinem Stummfilmepos Motive des deutschen Expressionismus mit technischer Utopie und politischer Spekulation: filmästhetisch ein virtuos durchkomponiertes Licht- und Schattenspiel, das durch Montagerhythmus und architektonische Phantasie fesselt; zeitgeschichtlich ein Kommentar zur Sozialpsychologie in der Weimarer Republik - auch wenn am Ende die gesellschaftlichen Widersprüche mit reaktionärem Pathos zugedeckt werden“. Langs nächster Film „Die Frau im Mond“ (D 1929) oder William Cameron Menzies „Was kommen wird“ („Things to come“, GB 1936), in dem - grob erklärt - die Geschichte des 30jährigen Krieges ins 20. Jahrhundert verlegt wird, waren wie viele europäische Science-Fiction-Filme, für Erwachsene gedacht. Sie galten als filmisch-intellektuelle Auseinandersetzungen mit der Gegenwart. Anders sah dies in den USA aus.
Mit „King Kong und die weiße Frau“ („King Kong“, USA 1933), „Frankenstein“ (USA 1931) und „Der Unsichtbare“ („The invisible man“, USA 1933) lieferte man zwar dem Genre verwandte Stoffe ab, doch das, was man heute Science-Fiction nennt, war in Hollywood zunächst gar nicht präsent. Dies änderte sich im Jahre 1936 mit dem ersten Serial, der Comic-Adaption „Flash Gordon“ (USA 1936). Serials waren Kino-Mehrteiler, deren einzelne Episoden in der Regel 25 Minuten dauerten und entweder vor dem Hauptfilm gezeigt wurden oder in solchen Kinos liefen, die keine Lizenzen für die teuren Hollywood-Filme zahlen konnten. Eines gilt für alle Serials der Tonfilmzeit: Es waren Filme für Kinder und Jugendliche. Und hier fand der SciFi-Film in den USA ein Zuhause. Es folgten weitere Serials wie „Buck Rogers“ (USA 1939), „Superman“ (USA 1941), „Der König der Raketenmänner“ („King of the rocketmen“, USA 1949) oder „Canadian mounties versus atomic invaders“ (USA 1953).
Der vielleicht erste echte Science-Fiction-Spielfilm aus den USA entstand übrigens kurz vor dem Eintritt der Großmacht in den 2. Weltkrieg: Der heute weithin vergessene Spielfilm „Allein unter Gangstern“ („The Get-Away“, USA 1941) erzählt die Geschichte eines Monsters an Bord eines Weltraumfrachters, das die gesamte Besatzung tötet – bis auf eine junge Frau, die das von einem fremden Planeten stammende Wesen schließlich vernichtet. - „Alien“ (GB 1979) läßt grüßen!
Nach dem Krieg, in den 50er Jahren, verschwand der Science-Fiction-Film weitestgehend von der Bildfläche der internationalen Kinobühne. Mit einer Ausnahme: In den USA entwickelte er sich zum vielleicht populärsten Filmgenre des Jahrzehnts.

DER AUSSERIRDISCHE KOMMUNIST


Mit dem Beginn des Kalten Krieges etablierten die Vereinigten Staaten ein neues Feindbild: den Kommunismus und die Sowjetunion. Daraus entwickelte sich jedoch eine Paranoia, die in einer Hetzjagd endete. Hinter jeder Straßenecke witterte man einen Kommunisten. Demokraten, Liberale, Schwule, Juden, Freidenker, osteuropäische Einwanderer, Künstlergalten alle als potentielle Kommunisten. Unter dem Vorsitz des reaktionären Senator McCarthy wurde ein Ausschuß gegründet, vor dem sich unbescholtene Bürger zu ihren Kontakten zu Kommunisten äußern mußten. Hunderte von Menschen erhielten Berufsverbote, Schauspieler wie Charlie Chaplin oder Lionel Stander verließen die USA. Da vor allem Hollywood im Blickfeld dieser Neo-Faschisten stand (anders kann man diese Kommunistenjäger nicht nennen), versuchte sich Hollywood bei diesen Leuten einzuschleimen, indem es genau die Filme produzierte, die sie sehen wollten. Und das Science-Fiction-Genre war dafür wie geschaffen. Warum? Nehmen wir einen Film wie „Krieg der Welten“ („War of the worlds“, USA 1953): Außerirdische greifen die Erde an und versuchen, sie zu vernichten. Die Außerirdischen sind natürlich nur eine Metapher für die Kommunisten; die Erde ist das freie Amerika.
Prototyp dieses reaktionären Science-Fiction-Filmes ist „Das Ding aus einer anderen Welt“ („The thing“, USA 1951): Forscher bergen ein Ufo unter dem Eis des Südpols – und entdecken ein Monster, das die Besatzung ihrer Forschungsstation heftigst dezimiert. Der Film ist vom Standpunkt des Spannungskinos aus betrachtet ein Meisterwerk. Aber „... im Grunde ist ‘Das Ding...’ doch nur der Vorläufer des typisch amerikanischen Propaganda-SF-Films der 50er Jahre, der das Gefahrenbewußtsein der Bevölkerung schärfen und vor [...] kommunistischer Unterwanderung warnen sollte,“ urteilen die Autoren Steinbrunner und Goldblatt in ihrem Buch „Cinema of the fantastic“.
Natürlich gab es auch in den 50er Jahren andere Science-Fiction-Filme. Dazu zählt „Der Tag, an dem die Erde stillstand“ („The day the earth stood still“, USA 1951) von Robert Wise, denn der Besucher einer fremden Galaxie tritt hier als Engel auf, der die Welt vor ihrem eigenen Untergang bewahren will. Auch Jack Arnolds Filme sind Ausnahmen von dem Restriktivismus seiner Zeit. Da wäre zum Beispiel seine Parabel auf den Wahnsinn des atomaren Wettrüstens „Die unglaubliche Geschichte des Mister C.“ („The incredible shrinking man“, USA 1957) oder „Metaluna 4 antwortet nicht“ („This island earth“, USA 1956), den Arnold nach vollkommen desaströsen Dreharbeiten als Regisseur übernommen hatte und dabei fast zufällig einen Klassiker des Genres erschuf. Zwar ist „Metaluna 4“, der von Atomwissenschaftlern erzählt, die von Außerirdischen entführt werden, nicht frei von amerikanischem Pathos, doch die differenzierte Darstellung der Außerirdischen, die für ihr Handeln nachvollziehbare Gründe haben, hebt den Film inhaltlich aus dem Feld anderer Produktionen hervor.
Ansonsten beherrschten vor allem Propaganda-Filme wie „Invasion vom Mars“ („Invaders from Mars“, USA 1951) das Feld, der im Mittelpunkt die gute, amerikanische (weiße) Kleinstadt stehen hat, deren Bewohner von bösen Marsianern manipuliert werden. Oder es gab Filme wie „Die letzten fünf“ („Five“, USA 1951), eine postapokalyptische Geschichte, in der fünf Menschen aufeinandertreffen, von denen nur zwei amerikanische Patrioten sind. Nun darf man mal raten, wer das Filmende erlebt?
Waren Science-Fiction-Filme frei von Propaganda und „nur“ der Unterhaltung dienten, waren sie meist, sagen wir es vorsichtig, eher einfach gestrickt, wie „Weltraumschiff MR 1 gibt keine Antwort“ („The angry red planet“, USA 1959) oder „Der 4-D-Mann“ („The 4-D-Man“, USA 1959). Der erste Film erzählt vom Kampf Astronaut gegen böse Marsfauna, der zweite von einem fiesen Wissenschaftler, der die Fähigkeit erlangt, durch Wände gehen zu können.
Mag es in den 50ern viele Filme geben, deren Botschaften aus heutiger Sicht inhaltlich eher bedenklich sind, hat diese Epoche dennoch eine ganze Reihe von Klassikern hervorgebracht, die bis zum heutigen Tage Filmemacher beeinflussen. Wie einen gewissen George Lucas, der 1977 mit seinem Sci-Fi-Märchen „Krieg der Sterne“ („Star Wars“, USA 1977) Filmgeschichte schreiben sollte. Doch dazu in der nächsten Ausgabe mehr.
Waren Science-Fiction-Filme wie die eines Jack Arnolds handwerklich auf der Höhe ihrer Zeit und daher, logistisch betrachtet, recht aufwendig, verkam der Science-Fiction-Film im Laufe der Jahre zum C-Produkt, dessen berühmtestes Beispiel „Plan 9 aus dem Weltall“ („Plan 9 from outer space“, USA 1956-58) sein dürfte, dem Vampir-Grabräuber-aus-dem-Weltall-Machwerk von Ed Wood, der als schlechtester Film aller Zeiten gilt und dem Tim Burton mit „Ed Wood“ (USA 1994) ein spätes Denkmal setzte. Der amerikanische Science-Fiction-Film ging unter, und spätestens 1960 war er, zumindest als ernstzunehmende Filmform, nicht mehr präsent. In den folgenden Jahren wurden zwar auch in der UdSSR, Italien, Frankreich und Großbritannien Genrefilme gedreht, doch die einzigen, heute noch bekannten, sind einige japanische wie „Befehl aus dem Dunkeln“ („Kaiju Daisenso“, J 1966) von „Godzilla“-Regisseur Inoshiro Honda oder „Ufos zerstören die Erde“ („Gorath“, J 1962). Über deren Qualitäten läßt sich zwar streiten, ihre ständige Präsenz in den Sonntags-Matinees der Vorstadtkinos in den 70er Jahren und ihre gegenwärtige TV-Auswertung vor allem durch Sender wie Kabel 1 haben ihren Namen über die Jahrzehnte erhalten.

EIN NEUES ZEITALTER


Regie-Exzentriker Stanley Kubrick leitete in seiner englischen Wahlheimat ein neues Kapitel des Science-Fiction-Filmes ein: „2001 – Odyssee im Weltall“ („2001 – A Space Odyssee“, GB 1965-68) gilt als Meilenstein des Genres: Ein schwarzer Monolith lockt eine Gruppe von Astronauten zum Jupiter, wo der Bordcomputer versagt und die Astronauten, bis auf einen, sterben. Dieser einzige Überlebende trifft schließlich auf eine Außerirdische Macht und erlebt eine kosmische Wiedergeburt. Nach einer Geschichte von Arthur C. Clark entstanden, zählt der Film heute zu den Filmklassikern schlechthin, was nicht viele SciFi-Filme von sich behaupten können. Daß der Film eigentlich langweilig ist, und die Geschichte reichlich aufgebläht daherkommt, darf wohl nur ein Autor freimütig schreiben, der nach 1968 geboren wurde. Eines aber ist Kubricks Film - detailgenau. Genauso stellte sich die Wissenschaft in den 60er Jahren einen Flug ins All im nächsten Jahrtausend vor.
Zuvor war schon mit „Planet der Affen“ („Planet of the Apes“, USA 1967) ein wegweisender Science Fiction-Film in die Kinos gekommen, dem nun Filme wie „Andromeda“ („The andromeda strain“, USA 1970) folgten, in dem Wissenschaftler gegen einen Virus kämpfen, der von einer Raumsonde auf die Erde gebracht worden ist. Der von Robert Wise inszenierte Film basiert auf einem Roman von Michael Crichton, der als Regisseur wiederum den Film „Westworld“ (USA 1972) realisierte, die Geschichte eines gigantischen Vergnügungsparks, in dem man zum Beispiel in der Westernwelt hemmungslos Roboter abknallen darf. Bis diese zurückschießen. Düster kam auch „ ... Jahr 2022... Die Überleben wollen“ („Soylent green“, USA 1973) daher, in dem Charlton Heston in einem New York lebt, das dem „Metropolis“ von Lang sehr ähnlich ist - nur gibt es am Ende dieses Filmes keine Hoffnung mehr. Und auch „Phase IV“ („Phase IV“, USA/GB 1973) ist kein Film mit Happy End: Ameisen entwickeln Intelligenz und werden zur Bedrohung für die Menschheit. Sogar ein sowjetischer Film wie „Solaris“ (UdSSR, 1972) ist im Endeffekt eine Science-Fiction-Fabel auf Urängste und eine Warnung vor einem unerschütterlichen Fortschrittsglauben.
Zwar wurden in den USA und in weiteren Ländern auch andere Science-Fiction-Filme gedreht, jene aber, die ihre Zeit überlebt haben, vereinigt ihr düsteres Bild von der Zukunft. Zukunftsangst wäre das falsche Wort für das, was diese Filme beschreiben, es ist vielmehr eine Sorge, daß die Menschheit nicht mehr in der Lage ist, die von ihr geschaffenen Technologien zu beherrschen, und sie sich selbst in den Untergang katapultiert.

Literaturhinweise
• Annan, David: Cinema of Mystery and Fantasy. London 1984
• Frank, Christian: Die Rückkehr des Abenteuers – Vom Serial zu Indiana Jones. Bochum 1995 (wissenschaftl. Arbeit)
• Giesen, Rolf: Metropolis 2001. Nürnberg 1998
• Hahn, Ronald / Jansen, Volker: Lexikon des Science Fiction Filmes - 720 Filme von 1902 bis 1983. München 1983.
• Haasis, Anne: 100 Jahre Kino. Stuttgart 1995 (wissenschaftl. Arbeit)
• Hardy, Phil (Hrsg.): Die Science Fiction Filmenzyklopädie. Königswinter 1998
• James, Donald: Fantasy and the Cinema. London 1989. S.29-34
• Jankovich, Mark: Rational Fears. Manchester & New York 1996
• Landy, Marcia: British Genres - Cinema And Society, 1930-1969. Princton (NJ) / Oxford 1991.
• Lexikon des internationalen Films. Reinbeck bei Hamburg 1995
• Manthey, Dirk: "Die Science Fiction Filme". Hamburg 1983
• Menville, Douglas / Reginald R.: Future Visions – The New Golden Age Of The Science Fiction Film Van Nuys (Kalifornien) 1985
• Sobchack, Vivian: Screening Space – The American Science Fiction film. New York 1980, 1987 (2. Auflage)


geschrieben von: Christian Lukas



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