Space-View Filmguide: Zwei stahlharte Profis

Zwei stahlharte Profis

Fakten

Originaltitel: Lethal Weapon
USA, 1987
Kinostart: 10.09.1987 (FSK: 16)
ca. 110 Min.

Genre

Action

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Kurzübersicht

Der Mord an einem Callgirl, Tochter seines alten Bekannten Hunsacker, bringt LAPD Officer Roger Murtaugh neue Arbeit – und einen neuen Partner: Martin Riggs, Mitte Dreißig, ist seit dem Tod seiner Gattin ein nervliches Wrack, suizidgefährdet und viel zu gerne betrunken, um ein vertrauensvoller Kollege zu sein. Gemeinsam kommen die ungleichen Ermittler einem Verbrecherring auf die Spur, der in Drogengeschäfte verwickelt ist und auch Hunsacker auf der Gehaltsliste führte. Doch je tiefer sich Riggs und Murtaugh in den Fall verstricken, desto gefährlicher wird die Situation für sie selbst – und ihre Familien.

Review

Gute alte buddy movies. Man nehme zwei ungleiche Charaktere, bestenfalls von der ermittelnden Zunft, stecke sie für die Dauer eines Abenteuers in eine Zweckgemeinschaft, die zuerst keinem von beiden gefällt und die sich aber dennoch als erstaunlich effektiv erweist, und garniere diese Mischung noch mit teurer und nicht selten rein selbstreferentieller Action – und fertig ist der Blockbuster. Nein, man kann sich seine Arbeitskollegen leider nicht aussuchen. Das Gefühl kennt jeder, und deshalb haben buddy movies im Krimigenre schon immer funktioniert; seit Jack Webb als der erzbiedere Detective Sergeant Joe Friday aus „Dragnet“ (Polizeibericht) mit wechselnden Partnern erst die amerikanischen Radio-Serials und dann auch die TV-Bildschirme heimsuchte.
Vermutlich liegt ihr Reiz in ihrer Personenkonstellation. Danny Glover als Roger Murtaugh kann sich besseres vorstellen, als seine Tage mit diesem Säufer Riggs zu verbringen, dessen Unberechenbarkeit ihn buchstäblich zu einer tödlichen Waffe macht – nicht nur für seine Gegner. (Nach dieser gefährlichen Eigenschaft ist der Film im Original benannt.) Und doch muss er, wenn er den Mord an Amanda Hunsacker aufklären will, mit Riggs zurecht kommen. Erst nach und nach werden die beiden Charaktere erkennen, wie sehr sie doch zu einander passen. Wie sehr sie, wenn es im Einsatz hart auf hart kommt, auf den anderen zählen können.
Zwar waren die Achtziger ohnehin das Jahrzehnt für cineastische Action, markige One-Liner und Kugelhagel auf den Leinwänden der Lichtspielhäuser, doch hatte kaum ein Film solch narrative Qualität wie „Zwei stahlharte Profis“. Geballert, geknallt und explodiert wurde auch anderswo – so gesehen bot Shane Blacks Drehbuch nur bewährte Kost. Doch lag die wahre Stärke der „Profis“ in ihrer eigenen Charakterisierung begründet. Martin Riggs, vom damals primär durch seine „Mad Max“-Filme bekannten, gerade einmal dreißigjährigen Australier Mel Gibson verkörpert, ist ein Vietnam-Veteran, der von sich selbst sagt, nur das Töten wirklich zu beherrschen. Doch wo Genrekollegen wie Arnold Schwarzenegger selbiges in ihren Rollen ausgiebig am Gegner zelebrierten, möchte Gibsons Riggs nach dem Tod der Ehefrau nur noch selbst ins Jenseits hinüberwechseln. Unvergessen die Szene, in der er sich mit Handschellen an einen auf dem Hausdach stehenden Selbstmörder kettet, um von diesem mit in den Tod gezogen zu werden. Riggs ist ein gebrochener Held, der erst im Laufe der Geschichte wieder Lebensmut findet – von dieser Emotionalität lebt der Film. Sie macht ihn so einzigartig.
Regisseur Richard Donner (eigentlich Richard Donald Schwartzberg) hatte sich mit „Das Omen“ (1976), „Superman“ (1978) und „Die Goonies“ (1985) für diesen Streifen empfohlen, war aber nicht der erste Name, der Erfolgsproduzent Joel Silver für die Besetzung des Regiestuhls in den Sinn kam. Dennoch wurde der mit geringem Budget – Quellen sprechen von mageren 15 Millionen US-Dollar – in und um Los Angeles gedrehte Streifen ein veritabler Hit und machte Donners Namen untrennbar mit ihm verbunden. Drei Fortsetzungen folgten, bei denen er stets wieder die Regie übernahm.

Wissenswertes

Wussten Sie schon …? Zu den Wunschregisseuren, die Joel Silver für „Lethal Weapon“ anfragte, gehört auch ein Name, den man in einer Liste von Action-Filmemachern eher nicht vermuten würde: Leonard Nimoy. Der Darsteller des Vulkaniers Mr. Spock aus Gene Roddenberrys TV-Serie „Raumschiff Enterprise“ und den darauf aufbauenden „Star Trek“-Kinofilmen hatte sich Mitte der 1980er einen Namen als patenter Regisseur (bei „Star Trek“) gemacht und wurde offensichtlich hoch gehandelt. Nimoy lehnte das Angebot jedoch ab und drehte stattdessen das US-Remake der französischen Kultkomödie „Trois hommes et un enfant“, „Noch drei Männer, noch ein Baby“. Die eingängigen Gitarrenpassagen in Michael Kamens Soundtrack wurden von niemand geringerem als „Mister Slowhand“ höchstselbst Eric Clapton eingespielt. Bevor man auf Mel Gibson kam, hatten die Produzenten Bruce Willis für die Rolle des Riggs im Auge. Der spätere Actionstar („Stirb langsam“) war damals als David Eddison jr. aus der beliebten Fernsehserie „Das Model und der Schnüffler“ (Moonlightning) bekannt. Frisch zitiert: „In seinen ernsten Momenten steht Lethal Weapon nah an der Klippe zur Absurdität, doch dank seiner unnachgiebigen Energie und dem durchgängigen Tempo fällt er nie herunter.“ -Variety „Ich sehe Riggs als nahezu chaplineske Figur. Er ist jemand, der nichts vom Leben erwartet und sogar mit dem Gedanken spielt, es sich zu nehmen. Er ist keiner dieser Hünen, die vom Olymp herabsteigen.“ -Mel Gibson

Hauptdarsteller

  • Martin Riggs Mel Gibson
  • Amanda Hunsaker Jackie Swanson
  • Roger Murtaugh Danny Glover
  • Carrie Murtaugh Ebonie Smith
  • Trish Murtaugh Darlene Love
  • Rianne Murtaugh Traci Wolfe
  • Captain Ed Murphy Steve Kahan
  • Nick Murtaugh Damon Hines
  • Dr. Stephanie Woods Mary Ellen Trainor
  • Michael Hunsaker Tom Atkins
  • Mr. Joshua Gary Busey
  • General Peter McAllister Mitch Ryan

Film-Crew

  • Regie Richard Donner
  • Drehbuch Shane Black