Birds of Prey: Serien von A-Z

Birds of Prey

Birds of Prey

Fakten

Originaltitel: Birds of Prey
USA, 2002 bis 2002

Genre

Fantasy, Science Fiction


Vorstellung

Nach dem Erfolg von "Smallville" überlegte „Warner Brothers“ nicht lange und gab schnell eine weitere Superhelden-Serie in Auftrag: die „Birds of Prey“. Doch nach nur 13 Episoden kam das Aus. Lohnt es sich dann überhaupt, den gescheiterten „Birds of Prey“ weiter Beachtung zu schenken? Hier die Antworten auf diese und sechs weitere Fragen.

1. Um was geht es?

Während „Smallville“ die Vorgeschichte von „Superman“ erzählt, dreht „Birds of Prey“ den Spieß um und schildert die Ära in „New Gotham“, nachdem sich der Superheld Batman zur Ruhe gesetzt hat. Jetzt kümmern sich die BIRDS OF PREY um Recht und Ordnung, und das ist auch dringend nötig, denn nachdem vor vielen Jahren seltsame Meteore vom Himmel fielen (offenbar eine Anspielung auf „Smallville“), wurden immer mehr „Metahumans“ geboren, von denen leider sehr viele ihre besonderen Fähigkeiten nutzen, um Verbrechen zu begehen.

2. Wer sind die Birds of Prey?

Es sind drei Frauen, die in der Spitze von Gothams Turmuhr wohnen. Kopf der Gruppe ist Oracle, ehemals Batgirl, die seit einem Mordanschlag im Rollstuhl sitzt. Ein weiteres Mitglied ist Huntress, die Tochter von Batman und Catwoman. Die beiden nehmen die Metahuman Dinah bei sich auf und helfen ihr, mit den besonderen Fähigkeiten umzugehen.

3. Wer sind die Gegner der Birds of Prey?

Gegner der Birds of Prey sind Verbrecher jeder Art. Meist handelt es sich dabei um Metahumans. Zwei Gegner stechen dabei hervor: Al Hawke, der Mörder von Dinahs Mutter und Chef des organisierten Verbrechens in New Gotham, und die psychopathische Harley Quinn, die als Psychologin Dr. Harleen Quinzel ausgerechnet Huntress betreut.

4. Batgirl im Rollstuhl, eine Psychologin als Gegnerin und eine Wohngemeinschaft hinter der Turmuhr in Gotham ... ist das Ganze eine Parodie oder was?

Keineswegs, und da zeigt sich vielleicht schon die erste Schwäche: Die Serie nimmt sich sehr ernst, vielleicht zu ernst. Dabei könnte etwas mehr Humor vor allem helfen, das düstere Ambiente aufzulockern. Lediglich Butler Alfred darf ab und zu einen ironischen Kommentar abgeben.

5. Gab es nicht auch einen Comic mit dem Titel „Birds of Prey“?

Tatsächlich, allerdings beschränken sich die Parallelen auf Oracle, das einstige Batgirl im Rollstuhl, und den Schauplatz in der Turmspitze. Ansonsten bedienten sich die Macher aus allen möglichen Elementen der DC-Comicwelt. In den 70er Jahren gab es zum Beispiel eine Comic-Reihe um die Parallelwelt „Earth 2“, und nur dort waren Batman und Catwoman ein Paar und hatten eine Tochter, die nach dem Tod von Catwoman zu Huntress wurde. Ähnlich wie die ironisch angehauchte Trickfilmserie „Batman of the Future“, in der Bruce Wayne als grimmiger Greis zur Passivität verdammt ist, versteht sich auch „Birds of Prey“ als neue „Batman“-Variante, die zwar im „Batman“-Kosmos angesiedelt ist, dabei aber gänzlich neue Wege beschreitet.

6. Lohnt es sich denn, die Serie anzusehen?

Für alle „Batman“-Fans ist die Serie ein Muss. „Birds of Prey“ übernimmt zwar nur vereinzelte Elemente aus den bekannten „Batman“-Comics, das ändert aber nichts daran, dass die Serie genau die düstere Stimmung der Comic-Vorlage trifft. Die Sets sind einfallsreich, und die Bilder aus „New Gotham“ faszinieren wie einst in den „Batman“-Kinofilmen. Die brillanten Kampfszenen zählen zum Besten, was zur Zeit im Fernsehen zu sehen ist, und das, obwohl Serien wie „Buffy“, „Dark Angel“ oder „Alias“ die Messlatte sehr hoch gelegt haben. Die Darsteller sind sympathisch, die an die Kinofilme angelehnte Musik ist mitreißend, und da die Serie auch noch in einem fulminanten und mitreißenden Finale endet, ist „Birds of Prey“ im Ergebnis eine in sich abgeschlossene Miniserie, bei der jeder Comic- und Batman-Fan auf seine Kosten kommt.

7. Wenn die Serie so gut ist, warum wurde sie dann eingestellt?

Misserfolge im phantastischen Genre haben meist den Grund, dass es den Autoren nicht gelungen ist, die Geschichten massenkompatibel zu gestalten. Eine Serie wie „Smallville“ versteht es meisterhaft, bei all den Supergegnern und dem phantasievollen Spiel mit den bekannten „Superman“-Elementen die Comic-Fans zu ködern, und zugleich mit der clever verstrickten Soap-Story auch solche Zuschauer zu begeistern, die sich für „Superman“ gar nicht interessieren. Das bewies kürzlich die Quizsendung mit Jörg Pilawa, in der eine Kandidatin nach dem Geburtsort von „Superman“ gefragt wurde. Zu der vorgegebenen Antwort „Smallville“ erklärte sie, sie hätte die Serie mit dem Titel „Smallville“ schon ein paar Mal gesehen, aber ein Superman sei da nicht vorgekommen.
Trotz der zahlreichen Parallelen von „Birds of Prey“ zu erfolgreichen Serien ist es den Machern nicht gelungen, auch die Gründe für den Erfolg zu kopieren. Ein bisschen „Charmed“, ein bisschen „Alias“ und auch Gemeinsamkeiten mit „Buffy“ lassen sich finden, doch die vergleichbaren Qualitäten liegen bei Äußerlichkeiten wie den Sets, der Action und der Musik, während die Charaktere nachhaltig zu kurz kommen und die Storys bald einer langweiligen Routine folgen. Wie Butler Alfred in einer Episode treffend meint: „Diese neuen Superhelden - der Stil ist wichtiger als die Substanz!“ Leider hat er damit treffend die größte Schwäche der Serie umschrieben.

geschrieben von: Thomas Höhl

Die Figuren

Ashley Scott als Helena Kyle, Huntress

Helena Kyle ist die Tochter von Batman und Catwoman. Als Huntress bekämpft sie seit dem gewaltsamen Tod ihrer Mutter das Böse. Mit den Fähigkeiten von Catwoman ausgestattet, kann sie sich unhörbar an Leute heranschleichen und über große Höhen springen. Obwohl sie über den Reichtum der Waynes verfügen könnte, verdient sie sich ihren Lebensunterhalt als Kellnerin.
Ashley Scott ist normalerweise blond und musste sich die Haare für die Rolle dunkel färben. In der Serie „Dark Angel“ spielte sie Asha Barlowe.

Dina Meyer als Barbara Gordon, das Oracle

Batgirl, die Tochter von Commissioner James Gordon, wird vom Joker niedergeschossen. Seitdem sitzt sie im Rollstuhl. Sie wurde zur Expertin für Kybernetik und Waffen. Tagsüber unterrichtet Barbara an einer Schule.
Dina Meyer spielte in „Star Trek Nemesis“ die romulanische Commanderin Donatra. Im Film „Starship Troopers“ verkörperte sie die Soldatin Dizzy. Fans der Serie „Beverly Hills 90210“ kennen sie als Prof. Lucinda Nicholson.

Rachel Skarsten als Dinah Redmond

Dinah ist die Tochter von Black Canary, einst eine Partnerin von Batman und ebenfalls ein Metahuman. Ihre Mutter brachte sie bei Zieheltern unter, die aber mit Dinahs Metakräften nicht umgehen konnten. Bei Oracle und Huntress findet Dinah ein neues Zuhause.
Die während der Dreharbeiten erst 17-jährige Darstellerin hatte vorher in einigen eher unbekannten Fernsehfilmen mitgewirkt. Als nächstes ist sie im Horrorfilm „Fear of the Dark“ zu sehen.

Shemar Moore als Detective Jesse Reese

Detective Reese lernt bei seinen Ermittlungen Huntress kennen. Zunächst begegnet er ihr mit großem Misstrauen, das auf Gegenseitigkeit beruht. Um die Sache komplizierter zu machen: Reese ist der Sohn von Mafiaboss Al Hawke, dem Mörder von Dinahs Mutter.
Moore spielte in der Endlosserie „Schatten der Leidenschaften“ mehrere Jahre Malcolm Winters.

Ian Abercrombie als Alfred Pennyworth

Den guten Butler Alfred müssen wir nicht vorstellen, er ist die große Konstante in allen „Batman“-Filmen. Hier fungiert Alfred auch als Erzähler.
„Seinfeld“-Fans kennen den Darsteller als Justin Pitt. Die Rolle des Butlers spielte Ian Abercrombie schon öfter, darunter im „California Clan“. Er war auch Hammonds Butler im dritten „Jurassic Park“-Film. Obwohl Alfred stets im Haupttitel erwähnt wird, ist er in vielen Folgen gar nicht zu sehen.

Mia Sara als Dr. Harleen Quinzel / Harley Quinn

Ganz im Stil des Jokers ist sie so fröhlich wie boshaft. Zugleich arbeitet sie als Psychologin und betreut Huntress, die noch immer versucht, den gewaltsamen Tod ihrer Mutter zu verarbeiten. Leider ist die witzige Harley Quinn in vielen Episoden nicht zu sehen, erst im großen Finale der Serie holt sie zum gewaltigen Gegenschlag aus.
Die Darstellerin ist mit Sean Connerys Sohn Jason Connery verheiratet. Harley Quinn war im ungesendeten Pilotfilm noch von Sherilyn Fenn (bekannt aus „Twin Peaks) verkörpert worden, doch dann wurde die Figur mit Mia Sara neu besetzt.

geschrieben von: Thomas Höhl