Dead Zone: Serien von A-Z

Dead Zone

Fakten

Originaltitel: The Dead Zone
USA, 2002

Genre

Science Fiction


Vorstellung

Das ist die Geschichte von „The Dead Zone“, einem von Stephen Kings besten Romanen, der von David Cronenberg 1983 mit Christopher Walken in der Hauptrolle verfilmt wurde. Cronenberg gelang eine herausragende Adaption, die sicherlich mit zu den besten gehört, wenn es um Stephen Kings Werke geht. Kaum zu glauben, dass sich jemand tatsächlich daran wagen würde, ein derartiges Erbe anzutreten und eine Fernsehserie aus dem Stoff zu machen. Michael Piller und sein Sohn Shawn schreckten hiervor jedoch nicht zurück – und schufen hervorragende Fernsehunterhaltung.

Aller Anfang ist schwer

Der Pilotfilm von „The Dead Zone“ wurde ursprünglich für UPN entwickelt. Das Network lehnte jedoch ab und so kam der Kabelsender USA zum Zug. Das wiederum ist durchaus erfreulich für die Schöpfer der Serie, genießen sie dort doch etwas größere Freiheiten als auf einem der Networks.
Als es darum ging, aus Stephen Kings Vorlage eine Serie zu entwickeln, beschäftigten sich die Pillers eingehend mit dem Roman. Kurzzeitig wurde auch überlegt, ob man die Serie direkt an den Film anschließen sollte, wobei Johnny Smith nun wegen des Attentats auf den späteren Präsidenten Greg Stillson durch das ganze Land gejagt wird. Doch Michael Piller wollte keine Neuauflage von „Auf der Flucht“ machen, sodass man sich dafür entschied, direkt zur Quelle zurückzukehren. Piller las das Buch noch einmal und fand schließlich den richtigen Ansatz.
Die Serie zollt dem Roman Tribut, indem sie ihn im Endeffekt in langsamer Form nacherzählt. Lediglich bei der Figurenkonstellation war noch einige Arbeit nötig. Christopher Walkens Johnny Smith war ein düsterer, zutiefst trauriger Mensch, was für eine Serie natürlich nicht optimal ist. Das heißt, Johnny musste etwas positiver werden. Gleichzeitig etablierten die Pillers, dass Sarah nicht nur jemand war, in den Johnny sich verliebt hatte. Vielmehr kannten beide sich von Kinderbeinen an und waren so etwas wie Seelenverwandte. Darüber hinaus ist Sarahs Kind von Johnny gezeugt worden, auch wenn der kleine JJ nicht weiß, wer wirklich sein Vater ist. Sarahs Mann wurde mit der Figur von Sheriff Bannerman verschmolzen, da er als ein Vertreter des Gesetzes auch mehr Interaktion mit Johnny haben würde.
Im Pilotfilm wird wie im Buch erzählt, wie Johnny der Polizei bei der Suche nach einem Serienkiller hilft, der sich in ihren eigenen Reihen verbirgt. Piller wollte diesen Plot in der Serie ursprünglich über mehrere Folgen verfolgen, nahm sich dann jedoch den Einwand von USA zu Herzen, dass die Zuschauer glauben könnten, es würde immer nur darum gehen, dass Johnny Serienkiller jagt.
Tatsächlich erlebt der gute Johnny aber weit mehr, da er in jeder Folge Menschen hilft, aber auch vor schwierigen moralischen Fragen steht und gleichzeitig mit seiner Gabe zurechtkommen muss, die zwar einerseits Segen, andererseits aber auch Fluch ist.

Die Vorhersehung verlangt es

Sowohl im Roman als auch im Film schüttelt Johnny Smith dem Politiker Greg Stillson während einer Wahlveranstaltung die Hand und hat eine Vision, die ihm zeigt, wie der spätere Präsident Stillson, dem Wahnsinn verfallen, den Dritten Weltkrieg auslöst. Johnny entscheidet sich deswegen dazu, dies nicht zuzulassen. Einmal mehr wird die hypothetische Frage bemüht, ob es moralisch gerechtfertigt wäre, Hitler zu ermorden, bevor er an die Macht kommt. Und Johnny entscheidet, dass dies der Fall ist. Er versucht, Stillson zu erschießen. Der Anschlag schlägt fehl, doch Stillson hat durch seine feige Art – indem er ein Baby als Schutzschild zu missbrauchen versucht – das Ende seiner Karriere besiegelt.
Im Verlauf der ersten Staffel wartet man lange darauf, dass Greg Stillson eingeführt wird. Und dies dauert durchaus eine Weile, taucht er doch erst in der letzten Folge der Staffel auf. In der Episode „Destiny“ erlebt man mit, wie Greg Stillson zu dem Mann wurde, der er ist – und seine Kindheit war alles andere als wundervoll. An dem Tag, als Johnny aus dem Koma erwachte, wurde Stillson als State Representative eingeschworen. In der Gegenwart trifft Johnny auf Stillson und schüttelt ihm die Hand. Dabei hat er eine Vision, die das verwüstete Washington D. C. nach dem nuklearen Holocaust zeigt.
Piller wollte, dass die Wege der beiden Männer miteinander verbunden sind und Stillsons Geschichte annähernd so penibel erzählt wird wie die von Johnny. Dabei hat er nicht vor, Stillson auf die Schnelle zu beseitigen. Ohnehin soll Johnny in der Serie nicht zur Waffe greifen, da die moralischen Implikationen einer solchen Tat für ihn zu groß sind. Zudem hat ihm seine Vision auch nicht ganz und gar gezeigt, was wirklich passieren wird, sodass er erst herausfinden muss, was es mit Stillson auf sich hat und welche Hintermänner ihn stützen. Piller will ein Labyrinth erschaffen, durch das Johnny erst hindurchfinden muss, sodass die große Geschichte um Stillson durchaus die komplette Serie bestimmen kann. Piller meinte hierzu in einem Interview: „Ich mag die Idee, dass Johnny das Armageddon sieht. Ich mag das Armageddon selbst nicht, aber es ist eine sehr dramatische Idee. Es sollte für Johnny schwieriger sein, herauszufinden, wie der Weltuntergang kommt, als nur zu sehen, wie Stillson einen Knopf drückt und die Raketen starten. Stillson ist nur die Spitze des Eisbergs, dem Johnny sich stellen und über den er triumphieren muss. Damit haben wir ein erzählerisches Korsett, das uns einige Zeit beschäftigen wird.“
Als Darsteller für Greg Stillson verpflichtete man Sean Patrick Flanery, der als junger Indiana Jones bekannt wurde und vor ein paar Jahren in dem Kulthit „Der blutige Pfad Gottes“ mitwirkte. Seine Verpflichtung darf man durchaus als gelungen bezeichnen, ist Flanery doch ein äußerst sympathischer Mime, was die dunklen Seiten von Greg Stillson umso erschreckender erscheinen lässt.

geschrieben von: Peter Osteried

Die Stars

Für die Hauptrolle verpflichtete Michael Piller Anthony Michael Hall, der in den letzten Jahren von der Bildfläche verschwunden war und noch am ehesten durch „John Hughes“-Filme wie „L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn“ oder „Breakfast Club“ aus den 80er Jahren bekannt ist. Als Johnny Smith übertrifft er sich selbst und liefert eine Darstellung ab, ob derer man sich fragen muss, warum man diesen Schauspieler bislang so selten zu Gesicht bekommen hat.
Sarah, die Liebe seines Lebens, wird von Nicole de Boer dargestellt, die „Star Trek“-Fans natürlich als Trill Ezri Dax bekannt ist. Die Tatsache, dass sowohl sie als auch „Star Trek“-Urgestein Michael Piller in wichtigen Positionen bei der Serie mitwirken, ist nicht zu unterschätzen, werden nun doch nicht nur Fans von Stephen King, sondern auch von Gene Roddenberrys Science-Fiction-Utopie angesprochen.
Weiterhin sind in Hauptrollen David Ogden Stiers als Reverend Gene Purdy, Chris Bruno als Sheriff Bannerman und John L. Adams als Johnnys Freund Bruce Lewis mit dabei.

geschrieben von: Peter Osteried