Originaltitel: Battlestar Galactica
USA, 2003
Science Fiction
Als die von Glen A. Larson entwickelte und produzierte Science-Fiction-Fernsehserie „Kampfstern Galactica“ am 17. September 1978 erstmals über US-amerikanische Bildschirme flimmerte, als draufgängerische Raumpiloten in schnittigen Jägern roboterartigen Zylonen den Garaus machten, da hielten nicht wenige die Serie für einen trotz seiner sehr coolen Modelle eher billig realisierten „Star Wars“-Abklatsch. Doch auch wenn es deswegen sogar gewisse gerichtliche Querelen gab, innerhalb von 24 Episoden verstand es die Serie dennoch, ein farbenprächtiges Universum zu entwerfen, das bis heute eine treue Fangemeinde hat, die sich auch nicht von den 10 Folgen des Spinoffs „Galactica 1980“ haben abschrecken lassen.
Anfang der 1980er wurde es dann ruhig um die Serie, die von einigen Romanen aus der Feder von Glen A. Larson und Robert Thurston und sogar einer kurzlebigen Marvel Comic-Reihe begleitet worden war. Doch insbesondere Apollo-Darsteller Richard Hatch setzte sich schließlich für einen Neustart des Kampfsterns ein, dessen Abenteuer er nicht nur in neuen, in den 1990ern verfassten Romanen fortschrieb, nein, er produzierte 1998 und 1999 sogar einen kurzen Trailer für sein Herzensprojekt „Battlestar Galactica: The Second Coming“, das als Serie oder Kinofilm an die alte Geschichte anschließen sollte. Eine Umsetzung kam zwar nie zustande, doch sie mag dem ehemaligen „Deep Space Nine“-Drehbuchautor und Produzenten Ronald D. Moore den Anstoß zu „Battlestar Galactica“ gegeben haben, einem Remake der klassischen Serie mit neuen Gesichtern, einem neuen, düsteren Look und einem geradezu radikalen Erzählstil. Die 2003 ausgestrahlte, 4-teilige Miniserie schlug in Fankreisen ein wie eine Bombe (und dies sowohl im metaphorisch positiven wie mitunter auch negativen Sinne) und mittlerweile läuft die TV-Serie in den USA bereits in der dritten Staffel. Die erste Staffel gibt es bei uns seit einer Weile auf DVD.
„Battlestar Galactica“ – in seiner alten wie seiner neuen Inkarnation – erzählt vom Untergang der Zwölf Kolonien, welche die Menschheit im All besiedelt hat. Ein Überraschungsangriff der Zylonen, eines Maschinenvolks, das in Moores Version einst von den Menschen erschaffen wurde und dann gegen seine Schöpfer rebellierte, löscht die Planeten und ihre Bewohner fast vollständig aus. Als scheinbar einziger Kampfstern kann die „Galactica“, die schon eingemottet als Museum dienen soll, dem Inferno entkommen. Im All trifft sie auf andere Flüchtlinge und gemeinsam macht man sich auf die Suche nach der legendären 13. Kolonie namens Erde, die irgendwo in der ewigen Schwärze und fern des Einflussbereichs der Zylonen liegen muss.
Moores „Battlestar Galactica“ ist erheblich dunkler und „realistischer“ als das Original der 1970er Jahre. Es gibt kein Alien der Woche, die griechische Namensgebung aller Hauptfiguren wurde nicht so übertrieben und der Junge Boxy spielt praktisch keine Rolle. Stattdessen haben wir es mit einem Colonel Tigh zu tun, der säuft wie ein Loch, derweil ihm seine Gattin gefährliche Ambitionen einflüstert, Zylonen infiltrieren getarnt in Menschengestalt die Flüchtlinge und Starbuck ist eine Frau, die sich aber großmäulig gibt wie ein Kerl und eine komplizierte Beziehung zu Adama und Apollo pflegt. Davon, dass der Chief und einer der Jagdpiloten eine Zylonen lieben – und zwar beide die gleiche, wenn auch in unterschiedlichen „Kopien“ – reden wir gar nicht. Oh, und da wäre noch Dr. Baltar, ein egozentrischer Intrigant, der den Untergang der Menschheit aus purer Sexbesessenheit leichtsinnigerweise erst ermöglicht hat und deswegen bis heute von einer Psychose in Form der aufreizenden Zylonen Number Six verfolgt wird – wenn es denn eine Psychose ist…
Im Laufe der ersten Staffel müssen sich die Überlebenden mit Wasserknappheit, Sabotage, einer Häftlingsrebellion, Reibungen zwischen der zivilen Führung unter Präsidentin Roslin und der militärischen unter Adama und Tigh und immer wieder den Zylonen herumschlagen, die ihnen am Hacken kleben wie Fliegen an einer Jauchekutsche. Erst als Präsidentin Roslin, die im Übrigen schwer krank ist, Visionen von Kobol erhält, dem Planeten, von dem einst die 13 Stämme der Menschen loszogen und der den Schlüssel zum Aufenthaltsort der geheimen Erde bergen mag, bekommt die Flotte so etwas wie eine Richtung.