Der Ausgangspunkt der Geschichte klingt nach guter alter Science-Fiction: Die Welt der Nationalstaaten lag am Boden und nur die Macht der großen Konzerne konnte den Zusammenbruch verhindern. Nun regieren 12 Firmen die Erde und paranormal begabte Kinder sind deren stärkste Waffe. Kai ist eines dieser Kinder. Er "gehört"Ashurum (das wird Ashram gesprochen), die versorgen auch seine kranke Schwester Hiraku und haben den Jungen so in ihrer Hand.
Als Kai mit seiner Ausbildung beginnt, ist er einer der eher schwachen Espers in Ashurums Team, dennoch fürchtet Shen-Lon um seine Stellung als Alpha-Tierchen der Gruppe, vielleicht weil gleich zwei Mädchen dem Neuen sehr zugeneigt sind.
Nach einem Jahr wird Kai auf eine Mission gegen die freie Stadt Gald eingesetzt. Dort gibt es freie Espers, die von Kais Team "gerettet" werden sollen. Die Zivilisten seinen gewarnt und evakuiert worden heißt es vonseiten des Einsatzleiters. Doch als Kai in die vom Bombenhagel der begleitenden Flugstreitkräfte vernebelten Straßen gleitet, sieht er sich einer in Panik fliehenden Menschenmenge gegenüber. Hier wird ihm die Verlogenheit des Konzerns klar. Die Erkenntnis macht ihn handlungsunfähig und so stirbt seine Partnerin bei diesem Einsatz. Kai verlässt von Selbstvorwürfen gequält Ashurum.
Der Plot der Serie ist interessant gesetzt, und viele der 26 Folgen erzählen eine abwechslungsreiche Geschichte rund um die vielen Gruppen, die sich durch die Mächte der Espers Geltung verschaffen wollen und um die meist ausgebeuteten Kinder, die eigentlich nur ihren Platz im Leben suchen. Neben diesen recht erwachsen wirkenden Episoden gibt es aber auch die Teenie-Herz-Schmerz-Folgen voller verliebter kleiner Mädchen, die ihre Blicke aus verliebten Kulleraugen dem knackigen Jüngling hinterher werfen. Dass will irgendwie nur sehr schwer zusammenpassen.
Die Zeichnungen dieser aktuelle Serie sind sehr Old-School. Grafische
Highlights wie bei letzten "Appleseed" Film sucht man hier vergebens. Statt dessen gibt es in alter "Captain Future" oder "Gundam" Tradition Städte im X-large Format. Riesige Treppen führen zu riesigen Türen hinter denen riesige Zimmer sind. In Hirakus bis auf ein riesiges Bett leerem Krankenzimmer könnte ein Fußballspiel stattfinden und im Besprechungsraum sind die Sitzreihen geschätzte drei Meter hoch. Die gewaltigen Wohntürme in Ashurum gleiten wie bei den alten Animes als statische Zeichnungen durchs Bild, es gibt fast keine Kamerafahrten. Das erzeugt eine für den alten SF-Anime-Fan vertraute Atmosphäre
und hat seinen eigenen Charme.
Natürlich spielen die Japaner auch wieder mit für sie exotischen Stilmitteln. Hier wird aus dem indischen Meditationszentrum Ashram der Sitz eines Weltkonzerns und die weißen Uniformen Kais Gruppe erinnern vom Schnitt her sichern nicht zufällig an Uniformen des Dritten Reichs. Das passt dann aber zur manipulativen und verschleiernden Politik der Machthaber Ashurums.
Für Freunde des Animes ist Otherweise eine interessante Serie, wer als Science-Fiction Fan mit diesem Anime das wirklich breite und interessante Gebiet des japanischen Zeichentrickfilms für sich entdecken möchte, sollte vielleicht zu den Klassikern "Akira" oder Serien wie "Texhnolyze" und "Gilgamesch" greifen.
6 DVDs
26 Episoden